Grünes Licht für Beitritt: Lettland darf den Euro haben

Grünes Licht für Beitritt: Lettland darf den Euro haben

Die Europäische Zentralbank empfiehlt die Aufnahme des baltischen Staates in die Währungsunion. Zum 1. Januar 2014 wird Lettland damit wohl beitreten. Ist das Land wirtschaftlich bereit für den Euro?

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Der Rathausplatz der lettischen Hauptstadt Riga. Lettland kann zum 1. Januar kommenden Jahres den Euro einführen.

Lettland wird zum 1. Januar 2014 wohl als 18. Land der Euro-Zone beitreten. Die Europäische Zentralbank hat am Mittwoch die Aufnahme des baltischen Staates in den Währungsraum empfohlen. In ihrem Konvergenzreport zur Eurofähigkeit Lettlands schreibt die Notenbank, dass das osteuropäische Land alle Kriterien für den Beitritt in die Währungsunion erfüllt. Bedenken hat die Notenbank allerdings wegen des hohen Anteils ausländischer Spareinlagen, die auf den Konten lettischer Banken liegen - sie summieren sich laut EZB auf etwa 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Diese seien ein "wichtiges Risiko für die Finanzstabilität" des Landes, erklärte die EZB.

Ist das Land wirklich bereit für den Euro – oder holt sich die Gemeinschaft den nächsten Pflegefall ins Haus? Rückblick: Wie in den anderen baltischen Staaten Estland und Litauen brach die Konjunktur in Lettland auf dem Höhepunkt der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 kräftig ein. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte fast um 18 Prozent - in Deutschland waren es rund fünf Prozent. Nur mit Geld der EU und des Internationalen Währungsfonds konnte Lettlands Staatspleite verhindert werden. Gleichzeitig setzten Politik und Wirtschaft des Landes auf ein hartes Sparprogramm, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Lohnkürzungen im öffentlichen Dienst und bei den Renten sowie ein massiver Stellenabbau sollten die Wende einläuten.

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Es gelang. Die Wirtschaft wuchs 2011 und 2012 wieder um etwa 5,5 Prozent. Die aktuelle Konjunkturdelle spürt die Republik auch, aber bei weitem nicht so stark wie der Rest Europas. Für 2013 und 2014 schwingt sich Lettland nach Prognosen der EU-Kommission sogar zum Land mit dem stärksten Wachstum in der gesamten EU auf, gefolgt von seinen baltischen Nachbarn. In diesem Jahr soll es konjunkturell um 3,8 Prozent bergauf gehen, im nächsten Jahr um 4,1 Prozent.

Trotz des jüngsten Aufschwungs lag die Wirtschaftskraft 2012 preisbereinigt rund zwölf Prozent unter dem Niveau von 2007. Zudem gilt Lettland in der EU, dessen Mitglied es seit 2004 ist, neben Bulgarien und Rumänien als eines der ärmsten Länder.

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