Hafenstadt Perama: Wie hart die Krise die Griechen wirklich trifft

Hafenstadt Perama: Wie hart die Krise die Griechen wirklich trifft

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Das Hafengelände von Perama: Keine Menschen in Sicht. Geschäftiges Treiben gehört hier schon seit ein paar Jahren der Vergangenheit an.

von Katja Joho

Keine Investoren, weniger Geld und immer mehr Arbeitslose: Die Hafenstadt Perama war einmal einer der produktivsten Orte Griechenlands. Heute sind dort neun von zehn Bewohnern arbeitslos.

Trostlos wirkt die Gegend, die einst als eine der produktivsten für Schiffsbau und –reparaturen in Griechenland galt. Noch vor wenigen Jahren wurden in Perama, einem Vorort von Piräus jährlich hunderte von Schiffen repariert und mehrere Millionen Container umgeschifft.

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Damals arbeiteten 15.000 Menschen in Peramas Hafenzone. 500 bis 600 Transport- und Kreuzfahrtschiffe wurden jährlich hier repariert. Die technische Ausstattung und das Know-How aus Perama war weltweit geschätzt. Die Arbeit in Perama zählte zu den hochwertigsten in der Branche. Und das wiederum bescherte den Griechen Umsätze im zweistelligen Milliardenbereich. Perama hatte bis 2008 praktisch keine arbeitslosen Bewohner.

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Mittlerweile sind in der Hafenstadt mit ihren rund 25.000 Einwohnern neun von zehn Menschen arbeitslos. Wer die Gegend verlassen kann, um woanders Arbeit oder einfach eine günstigere Unterkunft zu finden, geht weg.

Tausende Firmen betroffen

Auch die Einfahrt zum Hafengelände von Perama wirkt verlassen. Nur noch gelegentlich knattert ein Motorroller durch das offene Tor und verschwindet hinter einer rostigen Jacht. Das Boot blieb vor vier Jahren dort liegen, als der Bootsbauer pleiteging. Die mehrspurige Straße vor dem Hafen und die großen Docks zeugen davon, dass hier einmal geschäftiges Treiben herrschte.

Die rostige Jacht, die neben dem Gebäude der Hafenleitung in Perama auf dem trockenen steht, ist ein Symbol für die gescheiterten Schiffsbauer Quelle: Katja Köllen

Die rostige Jacht, die neben dem Gebäude der Hafenleitung in Perama auf dem trockenen steht, ist ein Symbol für die gescheiterten Schiffsbauer: Sie blieb vor vier Jahren dort liegen, als der verantwortliche Bootsbauer pleiteging.

Bild: Katja Köllen

2007 lagen die Einnahmen im Hafengebiet von Perama bei acht bis zehn Milliarden Dollar jährlich. „Mittlerweile sind wir auf rund 100 Millionen Dollar herunter“, sagt Antonios Athanasopoulos, Präsident des Verbands für Schiffsbauer und Schiffsreparatur-Firmen in Piräus. Seitdem sind in Perama rund 10.000 Menschen arbeitslos geworden, die in den Docks und im Bereich der Schiffsreparaturen arbeiteten.

Mit Teilzeit, Kurzschichten und mehr Arbeit für weniger Lohn versuchten die Firmen in Perama einen Teil der Jobs zu retten: „Es ist Teil der Arbeitsreform, dass mit verschiedenen Verfahren versucht wird, die Arbeiter zu halten“, so Athanasopoulos. Ergebnis: 30 Prozent der ursprünglichen Hafenarbeiter haben in Perama noch einen Job. Fest angestellt ist nur noch jeder Zehnte.

Würde Perama vollständig schließen, wären nicht nur die verbliebenen 650 Firmen im Hafen betroffen, sondern auch zahlreiche weitere griechische Unternehmen außerhalb der Hafenmauern. Etwa 1.500 Firmen, so Athanasopoulos, die zum Beispiel als Zulieferer für den Hafen arbeiten, kämen in Schwierigkeiten.

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