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exklusiv Hans-Werner Sinn: "Deutsche Europapolitik grundlegend überdenken"

von Bert Losse

ifo-Präsident Hans-Werner Sinn begrüßt die britische Drohung, die EU zu verlassen und sieht darin eine Chance zu überfälligen Reformen.

Nationale Identität

Als ehemalige Weltmacht ist Großbritanniens Politik noch immer auf Führung ausgelegt. London ist gewohnt, die Linie vorzugeben, statt sich mühsam auf die Suche nach Kompromissen zu begeben. „London denkt viel mehr global als europäisch“, sagt Katinka Barysch, Chefökonomin beim Centre for European Reform in London. Die Angst, von EU-Partnern aus dem Süden Europas noch tiefer in die ohnehin schon tiefe Krise gezogen zu werden, schürt zusätzliche Aversionen.

Bild: dpa

Der britische Premier David Cameron habe „im Kern Recht. Es ist etwas faul in der EU und der Euro-Zone“, schreibt Sinn in einem Gastbeitrag für die WirtschaftsWoche. „Deutschland sollte Cameron ernst nehmen und zusammen mit Großbritannien, Frankreich und den anderen EU-Ländern eine Initiative zur Neugestaltung Europas entwickeln, die Europa mehr Frieden, Freiheit, Einheit und Wohlstand bringt, als es bei dem derzeitigen Kurs der Fall sein kann.“ Deutschland brauche Großbritannien in der EU. Sinn: „Großbritannien ist noch immer das weltweit einflussreichste Land Europas. Camerons Entscheidung wird und muss Europa verändern.“

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Cameron hat angekündigt, den Verbleib Großbritanniens in der EU von den Briten in einem Referendum entscheiden zu lassen. Dies habe der Premier „nicht aus freien Stücken getan“, schreibt Sinn. Die EU habe ihn mit ihrer Entscheidung für die Einführung der Finanztransaktionssteuer „provoziert“: „Sie ist eine läppische Kleinigkeit von unklarem Nutzen – aber ein Nadelstich im Fleisch der Briten. Ihretwegen den EU-Austritt Großbritanniens zu riskieren war eine grobe Fahrlässigkeit“, kritisiert Sinn. „Wer die europäische Einigung über eine vertiefte Zusammenarbeit speziell in der Euro-Zone erreichen möchte, bringt Deutschland in eine Randlage und spaltet Europa. Aus diesem Grunde ist es an der Zeit, die deutsche Europapolitik grundlegend zu überdenken.“

22 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 04.02.2013, 06:05 UhrWegweiser

    @thamouz

    Nun ja, so direkt und so drastisch kann man es auch formulieren. Richtig ist, dass die wirkliche und tatsächliche Unabhängigkeit vieler Medien defacto so nicht gegeben ist. Aber leider ist es auch so, dass sich viele Bürger auch gar nicht umfassend informieren möchten, die Auflage der Bildzeitung als permanente Tageslektüre beweist dies mehr als deutlich. Infortainment im Land der Dichter und Denker, der Macher und der Erfinder.

  • 03.02.2013, 18:21 Uhrthamouz

    Zitat "Wegweiser" : "...Und diese gewollte und beabsichtigte Versagen vieler Medien ist der eigentliche Skandal. ..."

    Lieber Wegweiser, von Versagen der Medien kann keine Rede sein, sondern sie erfuellen punktgenau ihren Auftrag : Weiterfuehrung der systematischen Verdummung des deutschen Volkes zwecks weiterer Auspluenderung.

    Analysieren Sie nur als Beispiel die Nebelkerze "Sexismus", losgetreten vom "stern" und schauen Sie auf die Eigentumsverhaeltnisse der meisten unserer "freien" Medien. Spaetestens dann wird einem klar, dass Deutschland journalistisch gesehen, im Ende der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts steht. Und die EU ist nichts anderes, als ein Konsortium der Pseudosiegermaechte und Handlanger internationaler Konzerne, die zielgerichtet den Spar- und Arbeitswillen der Deutschen, und natuerlich auch deren grenzenlose Dummheit , ausnutzen und dabei riesige Gewinne einfahren. Deshalb hat Sinn nur zur Haelfte recht. Nicht nur die Europapolitik, sondern die gesamte deutsche Politik bedarf der Korrektur. Es kann doch nicht sein, dass, waehrend der deutsche Arbeiter um seinen Arbeitsplatz bangt, instabile, korrupte politische Systeme, wie z. B. in Afghanistan, Mali und in Nordafrika Millionen deutscher Steuergelder erhalten, nicht wissend, ob diese Laender vielleicht nicht morgen unsere Feinde werden. Und nicht in Mali und nicht am Hindukush muessen die deutschen Buerger vor Pluenderung geschuetzt werden, sondern in erster Linie an den deutschen Grenzen.

  • 03.02.2013, 17:21 Uhrmathias

    Warum machen Sie es dann??

    Was einer nicht schafft, gemeinsam gehts besser???

    Wenn man Fremdwörter benutzt,ist man noch lange nicht "Gebildet".

    An Ihrer Stelle würde ich als gebildeter auf keinen Fall zulassen
    das solche Ungebildete (Analphabeten) in der EU über die Herrenrasse
    bestimmen.

    Deshalb schaffen diese "Gebildete" nur bis zum KRIEG
    da hört der Verstand auf.



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