ifo-Präsident Sinn: EZB-Politik untergräbt die Altersvorsorge

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Hans-Werner Sinn

von Bert Losse

Die Nullzins-Politik und expansive Geldpolitik der EZB führt nach Einschätzung von ifo-Präsident Hans-Werner Sinn bei vielen Menschen zum Irrglauben, genügend fürs Alter vorgesorgt zu haben.

Steigende Immobilienpreise führten zur Illusion, dass diese Preise auch noch gelten, wenn die Babyboomer in Rente gehen. „Leider kann davon nicht die Rede sein. Wer nur auf die aktuellen Vermögenswerte schaut, unterliegt einer durch die Nullzinspolitik der EZB herbeigeführten Bewertungsillusion“, schreibt Sinn in einem Gastbeitrag für die WirtschaftsWoche. „In Wahrheit hat die Politik der Notenbank die Sparer und Vermögensbesitzer, die sich für ihr Alter absichern wollen, nicht reicher, sondern ärmer gemacht – weil sie ihnen die Zinsen auf ihr Erspartes nimmt“, greift Sinn die EZB-Politik der „ultralockeren Geldpolitik“ an.

Nullzins Sparer verlieren durch EZB-Politik Milliarden

Für Kreditnehmer ist die Niedrigzins-Politik der EZB ein Segen. Das gilt auch für den Staat. Für vorsichtige Sparer ist sie hingegen ein Fluch: Wer auf verzinslichen Anlagen setzt, verliert derzeit viel Geld.

Wer spart verliert: Während Staat und Kreditnehmer von der Null-Zinspolitik der EZB kräftig profitieren, verlieren deutsche Privathaushalte Milliarden. Quelle: dpa

Diese Bewertungsillusion sei „nicht ohne Gefahren für die Stabilität der Finanzmärkte“, fürchtet Sinn. Er glaubt sogar an eine neue Bankenkrise, weil die Banken in den nächsten Jahren Dividenden auf Werte ausschütten, die sich in Luft auflösen werden. „Wie bei Vermögensblasen üblich werden die Banken die rechnerische Aufblähung ihres Eigenkapitals für eine kreditfinanzierte Erhöhung der Dividendenausschüttungen nutzen und so ihre tatsächlichen Reserven verbrauchen“, warnt der Ökonom. „Sobald die Kurse dann wieder gefallen sind, wird man erkennen, dass vielfach nur leere Hüllen ehemals noch funktionierender Finanzinstitute übrig sind.“ Dann sei wieder der Staat gefragt. „Den Steuerzahlern wird am Ende nichts anderes übrig bleiben, als diesen Instituten mit frischem Geld unter die Arme zu greifen.“

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