Islamischer Staat: Spanische Behörden nehmen mutmaßliche Dschihadisten fest

ThemaNaher Osten

Islamischer Staat: Spanische Behörden nehmen mutmaßliche Dschihadisten fest

Bild vergrößern

Spanische Polizisten im Einsatz gegen mutmaßliche Dschihadisten.

Elf mutmaßliche Dschihadisten wurden in Spanien verhaftet. Sie waren nicht nur Anwerber für die Terrormiliz Islamischer Staat, sondern planten offenbar einen Anschlag.

Durch die Zerschlagung einer islamistischen Terrorzelle haben die Sicherheitsbehörden in Spanien einen Anschlag vereitelt. Elf mutmaßliche Dschihadisten wurden laut Polizei am Mittwoch in Katalonien festgenommen. „Die Mitglieder der Zelle hatten den festen Willen, in Katalonien einen Anschlag zu verüben“, erklärte der katalanische Innenminister Ramón Espadaler.

Die Beschuldigten - zehn Männer und eine Frau - werden verdächtigt, die Terrormiliz „Islamischer Staat“ unterstützt zu haben. Es handelt sich amtlichen Angaben zufolge um fünf Spanier, fünf Marokkaner und einen Paraguayer im Alter zwischen 17 und 45 Jahren. Sie haben in Spanien unter anderem auch Menschen für den Dschihad, den „Heiligen Krieg“, in Syrien und im Irak angeworben, wie Espadaler sagte.

Anzeige

Aus welchen europäischen Ländern radikale Islamisten kommen

  • Quelle

    Das "International Centre for Study of Radicalisation and Political Violence" (ICSR) hat in Kooperation mit der Münchener Sicherheitskonferenz für 50 Länder ausgewertet, wie viele Bürger aus den jeweiligen Staaten nach Syrien oder in den Irak gezogen sind, um sich militanten Gruppen anzuschließen. Die Daten für die einzelnen Länder beziehen sich auf die zweite Hälfte des Jahres 2014. Aus Westeuropa – so wird geschätzt – sind mittlerweile 4000 Kämpfer vor Ort. Ende 2013 waren es nicht einmal halb so viele. Geordnet werden die Länder nach der Anzahl der Kämpfer pro eine Million Einwohner.

  • Italien

    Circa 80 Kämpfer im Irak und in Syrien stammen aus Italien. Das macht 1,5 Kämpfer pro eine Million Einwohner.

  • Spanien

    Zwischen 50 und 100 Spanier haben sich militanten Gruppen angeschlossen. Auf eine Million Einwohner kommen damit rund zwei Kämpfer.

  • Schweiz

    Das ICSR schätzt die Zahl der Schweizer Kämpfer auf 40. Damit sind fünf Schweizer pro eine Million Einwohner nach Syrien oder in den Irak gezogen.

  • Irland

    Aus Irland stammen rund 30 Kämpfer. Das entspricht sieben pro eine Million Iren, die sich militanten Gruppen angeschlossen haben.

  • Deutschland

    Aus Deutschland kommen 500 bis 600 Menschen, die in Syrien und im Irak kämpfen. Damit gehört das Land zu der Gruppe europäischer Länder, aus denen insgesamt die meisten stammen. Pro eine Million Einwohner macht das 7,5.

  • Großbritannien

    Die gleiche Zahl an Kämpfern, 500 bis 600, stammt aus Großbritannien. Auf die Zahl der Einwohner heruntergerechnet sind es 9,5 pro eine Million.

  • Norwegen

    60 Menschen, die im Irak oder in Syrien kämpfen, kommen aus Norwegen. Auf eine Million Einwohner heruntergerechnet, sind das zwölf Kämpfer.

  • Finnland

    Für Finnland schätzt das ICSR die Zahl derer, die nach Syrien oder in den Irak gezogen sind, auf 50 bis 70. Das entspricht 13 Kämpfern pro eine Million Einwohner.

  • Niederlande

    Die Zahl der Niederländer, die in den Krieg gezogen sind, liegt zwischen 200 und 250. Heruntergerechnet auf eine Million Einwohner sind das 14,5 Kämpfer.

  • Österreich

    Aus Österreich ziehen zwischen 100 und 150 Radikale nach Syrien oder in den Irak. Pro eine Million Einwohner sind das 17.

  • Frankreich

    1200 Kämpfer im Irak und in Syrien stammen aus Frankreich. Damit kommen die meisten Europäer dort aus Frankreich. Weltweit kommen nur aus Jordanien, Marokko, Saudi-Arabien und Tunesien mehr. Auf eine Million Einwohner heruntergerechnet macht das 18.

  • Schweden

    Zwischen 150 und 180 Schweden kämpfen als Extremisten. Pro eine Million Einwohner sind das 19.

  • Dänemark

    Dänemark gehört zu den Ländern mit einem der größten Probleme, was radikale Islamisten angeht. Zwischen 100 und 150 Dänen sind nach Syrien oder in den Irak gezogen, um zu kämpfen. Das entspricht 27 Kämpfern pro eine Million Einwohner.

  • Belgien

    Pro eine Million Einwohner in Belgien sind 40 in den Irak oder nach Syrien gezogen. Insgesamt sind es 440.

Anführer sei ein Spanier namens Antonio gewesen, der in Sabadell 25 Kilometer nördlich von Barcelona als Friseur gearbeitet habe und nach der Heirat mit einer Marokkanerin zum Islam konvertiert sei, berichtete die Zeitung „El País“ in der Onlineausgabe unter Berufung auf Behördensprecher. Nachbarn hätten den Mann als nett und unauffällig beschrieben.

Der Polizeioperation in Katalonien seien einjährige Ermittlungen vorausgegangen, berichtete die Polizei. An der Aktion, die um vier morgens gestartet wurde, nahmen 360 Beamten teil. Bei Razzien in Barcelona und vier weiteren Städten Kataloniens seien mehr als ein Dutzend Hausdurchsuchungen durchgeführt und auch „verschiedenes Material“ sichergestellt worden.

Weitere Artikel

Spaniens Innenminister Jorge Fernández Díaz sagte am Mittwoch dem Sender „Catalunya Radio“, in 98 der 1264 Moscheen des Landes werde der Salafismus gepredigt, eine ultrakonservative Strömung des Islam. Allein in Katalonien seien 50 dieser „radikalen Moscheen“.

Man behalte diese Plätze „besonders im Auge“, unter anderem um zu verhindern, dass dort Menschen für den IS angeworben werden. In Katalonien seien seit Jahresanfang knapp 40 mutmaßliche islamistische Terroristen gefasst worden. Im Kampf gegen den Terror „dürfen wir die Hände nicht in den Schoß legen“, mahnte der Minister.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%