Istanbul: Polizei nimmt nach Anschlag vier Verdächtige fest

Istanbul: Polizei nimmt nach Anschlag vier Verdächtige fest

, aktualisiert 07. Juni 2016, 15:47 Uhr
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Nach einem Bombenanschlag in Istanbul sperrt die Polizei die Straßen der Innenstadt großräumig ab.

Bei einem Anschlag auf einen Mannschaftsbus der Polizei in Istanbul sterben mindestens elf Menschen. Die Polizei hat vier Verdächtige festgenommen. Das Auswärtige Amt in Berlin rät Reisenden zu erhöhter Vorsicht.

Bei einem Bombenanschlag auf ein Polizeifahrzeug in Istanbul sind nach Angaben des Gouverneurs der Metropole elf Menschen getötet worden. Mindestens 36 Menschen wurden bei der Explosion im Bezirk Vezneciler verletzt. Bei den Toten handele es sich um sieben Polizisten und vier Zivilisten.

Die Polizei hat in der türkischen Metropole vier Verdächtige festgenommen. Sie seien am Dienstag in die Istanbuler Polizeidirektion gebracht worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Zu den vier Festnahmen sei es im Zusammenhang mit der Anmietung des Fahrzeugs gekommen.

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Der Gouverneur der türkischen Metropole, Vasip Sahin, teilte mit, der Sprengsatz sei an einer viel befahrenen Kreuzung im Bezirk Beyazit gezündet worden, als ein Fahrzeug der Bereitschaftspolizei passiert sei. Unter den Toten seien sieben Polizisten, bei vier Opfern handele es sich um Zivilisten. Mindestens drei Verletzten seien in einem kritischen Zustand.

Anschlag in der Türkei Die Antwort auf den Terror: Weitermachen

Der Terroranschlag mitten in in Istanbuls Stadtzentrum trifft die Türkei in einer schwierigen Lage. Dabei hat das Land Normalität gerade am nötigsten.

Terroranschlag Istanbul Quelle: REUTERS

Die Wucht der Detonation stürzte den Polizeibus um und beschädigte umliegende Gebäude und Autos in der Nähe. Der Eingang eines Hotels war ausgebrannt, Fenster waren zerschmettert. Auch Scheiben einer Moschee aus dem 16. Jahrhundert, Sehzadebasi, gingen zu Bruch. Das Hotel ist zur Zeit geschlossen und hatte deshalb keine Gäste. In einem nahegelegenen Gebäude der Istanbuler Universität wurden Prüfungen abgebrochen. Zu dem Anschlag - dem vierten in Istanbul in diesem Jahr - bekannte sich zunächst niemand. Sowohl die kurdische Untergrundorganisation PKK als auch die Terrormiliz Islamischer Staat haben in letzter Zeit schwere Anschläge in der Türkei verübt.

Erdogan stellt Bevölkerung auf weitere Terrorgefahr ein

Nach dem Autobombenanschlag hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Bevölkerung auf weitere Terrorgefahren eingestellt. „Wir müssen von Terroristen immer und überall Derartiges erwarten und dementsprechend vorbereitet sein“, sagte Erdogan am Dienstag nach einem Besuch von Verletzten in einem Krankenhaus in Istanbul. „Man kann nie wissen, wo, wann und was der Terror in die Luft sprengt. Deshalb ergreifen wir jede Art von Maßnahme und werden sie auch weiterhin ergreifen.“

Erdogan kündigte einen langen Kampf gegen den Terrorismus an. „Dieser Kampf, der mit dem ersten Menschen begonnen hat, wird bis in alle Ewigkeit weitergehen.“ Zu dem Anschlag in Istanbul sagte er: „Das kann nicht vergeben werden.“ Die Ermittlungen zu den Urhebern der Tat dauerten an.

Außenminister Mevlut Cavusoglu verurteilte den Anschlag. „Sie haben kaltblütig Bomben an einem Ramadan-Tag gezündet“, sagte er in einem Fernsehinterview. Dienstag war der zweite Tag des muslimischen Fastenmonats.

Ministerpräsident Binali Yildirim beriet mit Innenminister Efkan Ala über den Anschlag. Gouverneur Sahin wollte sich nicht zu den möglichen Tätern äußern. Die Behörden verhängten eine Nachrichtensperre zu den laufenden Ermittlungen.

Ein Gericht in Istanbul hat eine eingeschränkte Nachrichtensperre über den Autobombenanschlag in der türkischen Metropole erlassen. Grund sei unter anderem der Schutz der „nationalen Sicherheit“ und der „öffentlichen Ordnung“, teilte die Rundfunkbehörde RTÜK mit. Die Anordnung betrifft nicht offizielle Verlautbarungen. Nachrichtensperren sind nach schweren Anschlägen in der Türkei nicht unüblich.

Die Türkei wird seit Monaten immer wieder von Attentaten erschüttert. Die USA hatten ihre Bürger im April zu extremer Vorsicht aufgerufen. Es gebe „glaubwürdige Drohungen“ gegen Touristenziele in der Türkei, vor allem an öffentlichen Plätzen in Istanbul und im Badeort Antalya. Die Türkei war seit Juli 2015 Ziel von mehreren verheerenden Bombenanschlägen mit insgesamt mehr als 200 Toten, die kurdischen Extremisten oder der Terrormiliz Islamischer Staat zugeschrieben wurden.

Nach dem Anschlag rät nun das Auswärtige Amt in Berlin Reisende erneut zu erhöhter Vorsicht. „Wir verurteilen den brutalen Anschlag in Istanbul und trauern mit der Türkei um die Toten“, teilte das Ministerium im Kurznachrichtendienst Twitter mit. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer.“

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