Italienischen Anleihen: Mini-Vertrauen der Märkte

Italienischen Anleihen: Mini-Vertrauen der Märkte

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Italiens Ministerpraesident Mario Monti hat neues Selbstvertrauen gewonnen - und droht die falschen Schlüsse aus ersten Erfolgsmeldungen zu ziehen.

von Tim Rahmann

Das hoch verschuldete Italien hat neue Kredite über 8,5 Milliarden Euro aufgenommen. Dafür muss Italien überraschend niedrige Zinsen zahlen. Doch eine Kehrtwende ist das noch nicht.

Italien sei kein Problemfall mehr, versicherte der italienische Ministerpräsident Mario Monti gestern bei einem Staatsbesuch in Berlin. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sparte nicht an Lob für die Südeuropäer. Italien haben „bemerkenswerte und wichtige Reformen“ auf den Weg gebracht. Monti bilanzierte: „Von Italien geht keine Ansteckungsgefahr für die Euro-Zone mehr aus.“

Auch Anleger rechnen damit, dass Italien kein Pleitekandidat mehr ist – zumindest nicht in den nächsten Monaten. Italienische Staatsanleihen über 136 Tage und zwölf Monaten im Wert von 8,5 Milliarden Euro gingen zu überraschend niedrigen Renditen weg. Für Ein-Jahres-Papiere muss Italien Zinsen in Höhe von 2,735 Prozent zahlen. Das ist die niedrigste Rendite seit Juni 2011. Zum Vergleich: Vor genau einem Monat, am 12. Dezember 2011, verlangten Anleger noch über 5,8 Prozent Zinsen für Kredite gleicher Laufzeit.

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Zehnjahres-Anleihen weiter auf hohem Niveau

Voreilige Schlüsse sollte Italien aber vermeiden. Denn ein Grund-Vertrauen der Anleger in den Stiefelstaat ist längst noch nicht wiederhergestellt. Der wichtigste Indikator hierfür sind langfristige Schuldpapiere, allen voran Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren.

Die Renditen für derartige Papiere rangieren nach wie vor auf sehr hohem Niveau. Zwar sanken in Folge der gelungenen Auktion der Kurzzeit-Kredite die Renditen auf 6,6 Prozent. Doch eine Refinanzierung der Staatsschulden zu solch hohem Zinssatz ist teuer und langwierig.

Zu allem Überfluss droht der italienische Ministerpräsident falsche Schlüsse zu ziehen und das Reformtempo schon früh schleifen zu lassen. So nutze Mario Monti schon gestern das neu gewonnene Selbstbewusstsein des Landes für eine Kritik an den Reformplänen der Europäischen Union.

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