Jugendarbeitslosigkeit : Jobs für sechs Millionen Jugendliche

Jugendarbeitslosigkeit : Jobs für sechs Millionen Jugendliche

Deutschland und Frankreich preschen beim Thema Jugendarbeitslosigkeit in der EU vor: Sie wollen sechs Millionen Jugendliche in Europa in Lohn und Brot bringen. Dafür setzen sie auf die Hilfe anderer Länder.

Im Schatten der Banken- und Finanzkrise hat sich in der Europäischen Union ein neuer gefährlicher Brandherd entwickelt. Wettbewerbsprobleme und die starren Arbeitsmarktregeln zahlreicher Eurostaaten lassen die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen seit Monaten steigen. Eine deutsch-französische Initiative soll nun helfen, das Problem zu lösen. Sie sieht vor allem vor, bereits vorhandene Gelder besser einzusetzen - für mehr Kredite für den Mittelstand, Hilfen für junge Job-Auswanderer oder die europaweiten Verbreitung des dualen Ausbildungssystems.

Wie ernst das Problem gesehen wird, zeigte schon die Zahl der Spitzenpolitiker, die am Dienstag zur Vorstellung des Aktionsplans nach Paris reisten. Neben Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gehörten Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy und Vertreter aus den anderen Euro-Krisenländern wie Griechenland und Portugal zu den Gästen. Frankreich Präsident François Hollande begrüßte die Gäste.

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Jugendarbeitslosigkeit Die gute Frau von der Leyen

Deutschland will nur sparen in Europa? Ursula von der Leyen setzt bei einem Kurzbesuch in Madrid gezielt auf kümmern, werben, fordern. Das ist – nicht ganz uneigennützig –  die Paraderolle der Bundesarbeitsministerin.

Rund 56 Prozent der jungen Spanier haben keine Arbeit. Ein ganzes Land - und mit ihm eine Generation von hochqualifizierten Ingenieuren, Krankenschwestern, Lehrern, Naturwissenschaftlern - ächzt unter der Wirtschaftskrise. Quelle: dpa

Die hohe Jugendarbeitslosigkeit sei eine Bedrohung für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, lautete der Tenor der Reden. Es bestehe die Gefahr, dass eine ganze Generation Europa den Rücken kehre und den Sirenenklängen der Populisten und Extremisten erliege. „Wir müssen jetzt mehr Erfolg haben im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit, andernfalls werden wir den Kampf für die europäische Einigung verlieren“, kommentierte Schäuble und forderte vor allem Reformen für mehr Wettbewerbsfähigkeit. Von der Leyen sprach von einer dringend notwendigen Reaktion auf den „Aufschrei“ von sechs Millionen jungen Menschen ohne Ausbildung und ohne Job.

Deutschland kommt bei der Initiative vor allem die Rolle des Ideengebers zu. Wegen seiner vergleichsweise niedrigen Jugendarbeitslosigkeit sieht sich Berlin in der Verpflichtung, erfolgreiche Modelle zur Lösung des Problems in die Diskussion einzubringen. So begründete jüngst Regierungssprecher Steffen Seibert das Projekt. Ministerin von der Leyen verweist gerne auf die 33.000 nicht besetzten Ausbildungsplätze in der Bundesrepublik.

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