Konferenz in Berlin: "Europa muss beweisen, dass Jugendliche eine Zukunft haben"

Konferenz in Berlin: "Europa muss beweisen, dass Jugendliche eine Zukunft haben"

In der EU sind rund 5,5 Millionen junge Menschen ohne Arbeit. Eine Konferenz in Berlin soll Abhilfe schaffen. Europa muss beweisen, dass es hier Arbeit und Zukunft gibt, forderte Arbeitsministerin von der Leyen.

Im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit in Europa soll eine neue Runde eingeläutet werden. Kurz nach dem Brüsseler EU-Gipfel wird das Thema erneut aufgerufen: bei einer Konferenz im Berliner Kanzleramt zur Förderung der Jugendbeschäftigung in Europa. Erstmals kommen Staats- und Regierungschefs gemeinsam mit den Arbeitsministern und den Chefs der Arbeitsagenturen der anderen 27 EU-Länder bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen. Sie nannte die Jugendarbeitslosigkeit im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" das "vielleicht drängendste europäische Problem".

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) als Miteinladende setzt auf Fortschritte: „Es wird zum ersten Mal ein konkreter, ausgewogener Instrumentenkasten auf dem Tisch liegen, der unterlegt ist mit finanziellen Mitteln“, sagte sie. „Wir bringen jetzt alle Erfahrungen zusammen: Was hilft gegen Jugendarbeitslosigkeit, was gibt Wachstumsimpulse, an welche Strukturen müssen wir ran - und das kombiniert mit Finanzierungswegen aus europäischer Quelle oder aber mit den Mitteln der Europäischen Investitionsbank. Europa muss beweisen, dass es hier für sie Arbeit und Zukunft gibt“, forderte von der Leyen.

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EU-Jugendarbeitslosigkeit Von der Leyen fordert mehr Engagement der Wirtschaft

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) fordert die europäische Wirtschaft auf, mehr für die Ausbildung von Jugendlichen zu tun.

Ursula von der Leyen Quelle: dpa

Die Konferenz soll in erster Linie dem Erfahrungsaustausch über schon erfolgreiche Konzepte zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit dienen. Der Rat der Staats- und Regierungschefs hat dafür mit der EU-Kommission zusammen einen Finanzrahmen von etwa 22 bis 24 Milliarden Euro in den kommenden beiden Jahren genannt, hieß es aus Kreisen der Bundesregierung. Das sind die auf dem Gipfel bereits angekündigten 6 Milliarden Euro plus nicht abgerufene Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds ESF. Eine Verpflichtung zur Übernahme bestimmter Modelle gibt es nicht.

In Berlin erwartet werden Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite, die derzeit Chefin der EU-Ratspräsidentschaft ist, sowie Frankreichs Präsident François Hollande; zugesagt haben EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und der Präsident der Europäischen Investitionsbank, Werner Hoyer.

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SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles warf der Kanzlerin vor, ihre gescheiterte „Kaputtsparpolitik“ in Europa lasse sich nicht durch „Aktionismus und noch so viele Gipfel zur Jugendarbeitslosigkeit verdecken“. Die Arbeitslosigkeit von fast 13 Prozent in der Eurozone sei die höchste jemals gemessene. Es sei höchste Zeit zum Umsteuern. Kritik kam auch von der Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt: „Ein weiterer mit viel Getöse inszenierter Gipfel allein hilft nicht weiter.“ Das Sechs-Milliarden-Euro-Aktionspaket für die Jugendgarantie ändere nichts an der falschen Weichenstellung, und könne „nur ein Anfang sein“.

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