Krach vor der Europa-Wahl: Frau Merkel sollte ihre Parteifreunde zurückpfeifen

Krach vor der Europa-Wahl: Frau Merkel sollte ihre Parteifreunde zurückpfeifen

Im Europa-Wahlkampf geht es zwischen SPD und CDU nun auch mal zur Sache. Doch die SPD ist empört über einen CSU-Vergleich, der ihren Spitzenmann Schulz in die Nähe eines Schlepperbanden-Chefs rückt.

Der SPD-Spitzenkandidat zur Europawahl, Martin Schulz, hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, polemische Kritik von Unionspolitikern an ihm zu unterbinden. Diese Forderung hatte zuvor schon Parteichef Sigmar Gabriel erhoben. „Frau Merkel sollte ihre Parteifreunde endlich einmal zurückpfeifen“, sagte Schulz der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstagsausgabe). „Immer wenn die Rechte nervös wird, versucht sie, aus Sozialdemokraten Vaterlandsverräter zu machen.“

Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber hatte kritisiert, dass Schulz sich angesichts der vielen ertrunkenen Afrikaner im Mittelmeer für eine großzügigere Aufnahme von Bootsflüchtlingen ausspricht: „Die Schlepperbanden in Afrika haben damit einen Geschäftsführer bekommen.“ CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte über Schulz' Vorstellungen zur Euro-Krisenpolitik: „Die Fassade und die Person stammen aus Deutschland, aber die Stimme und die Inhalte stammen aus den Schuldenländern.“ CSU-Chef Horst Seehofer hatte Gabriels Forderung abgelehnt, seine Leute zur Räson zu bringen.

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SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi warf Seehofer vor, diffamierende Attacken auf den Koalitionspartner SPD zu billigen. „Wie verzweifelt muss die CSU sein, dass sie im Europawahlkampf jetzt in persönliche Beleidigungen verfällt“, sagte Fahimi der Deutschen Presse-Agentur. „Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer findet es völlig "in Ordnung", den Spitzenkandidaten der SPD zur Europawahl, Martin Schulz, als Menschenhändler und Schlepper zu beschimpfen“, kritisierte sie. Das sei ein Zeichen fehlenden Anstands. „Ich bleibe dabei: Die CSU betreibt in diesem Europawahlkampf das Geschäft der Rechtspopulisten in Deutschland“, sagte Fahimi. Die Europawahl findet am 25. Mai statt, Schulz strebt das Amt des nächsten EU-Kommissionspräsidenten an.

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