Kriegsgefahr in Osteuropa: Schwerer Schlag für Russlands Wirtschaft

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Kriegsgefahr in Osteuropa: Schwerer Schlag für Russlands Wirtschaft

von Florian Willershausen

Noch hat Putins Krieg gegen die Ukraine zwar nicht begonnen. Aber die Kosten des Einmarschs könnten Russland überfordern – und den Niedergang der russischen Rohstoff-Ökonomie beschleunigen.

Putins Krieg gegen die Ukraine hat noch nicht begonnen – doch die russische Wirtschaft muss bereits die erste Rechnung für die Politik des Kremlchefs zahlen: Am Montag brachen an den Moskauer Börsen die Kurse ein: Der RTS-Index krachte um mehr als zehn Prozent in den Keller, der voluminösere Micex-Index hielt sich nur wenig besser. Seit dem Einmarsch russischer Truppen auf die Krim ist der Rubel-Kurs im freien Fall: Mehr als 50 Rubel kostet der Euro – so viel wie nie zuvor. Der schlechte Wechselkurs frisst Gewinne von Unternehmen, die ihr Geld ins Ausland schaffen. Was übrigens nicht nur internationale Investoren tun, sondern aus Skepsis ob der Stabilität im eigenen Land gerade auch die Russen.

Plötzlich geht die Angst um in der Wirtschaft: Wohin wird Putins neue Westpolitik das Land noch führen? Es ist nicht auszuschließen, dass USA und EU mit Wirtschaftssanktionen auf einen sehr wahrscheinlichen Anschluss der Krim reagieren. Je weiter Putin jetzt noch geht, desto tiefer wird das Vertrauen der Investoren sinken und desto schwerer wird Russland die Refinanzierung im Ausland fallen. Das Investitionsklima dürfte auf Jahre hinaus demoliert sein.

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Kurzfristig könnte Putins Kalkül dennoch aufgehen: Bei Kriegsgefahr steigt der Ölpreis, was der russischen Rohstoff-Wirtschaft zupass kommt. Das Land verfügt immer noch über die drittgrößten Devisenreserven der Welt, die Leistungsbilanz weist wegen konstant hoher Öl- und Gasexporte ein Plus aus – obwohl jedes Jahr zwischen 60 und 80 Milliarden Dollar aus Russland abfließen. Vorerst kann Putin sein Land makroökonomisch durchaus stabil halten, zumal das Land gegenüber dem Ausland fast schuldenfrei ist.

Auf lange Sicht wird die Wirtschaft aber einen hohen Preis für Putins Politik zahlen: Selbst im vergangenen Jahr, als sich die Weltwirtschaft spürbar erholte und der Ölpreis stabil über 100 Dollar pro Barrel lag, wuchs das russische Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur mehr um 1,3 Prozent. Für ein Schwellenland der Größe Russlands, gezeichnet von einem massiven Modernisierungsbedarf bei Infrastruktur und Industriesubtanz, ist das zu wenig!

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