Krise im Euro-Land: Frankreichs Unternehmen attackieren Hollande

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Krise im Euro-Land: Frankreichs Unternehmen attackieren Hollande

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Verärgert über die Politik von Francois Hollande hat sich nun Edouard Carmignac, Chef des gleichnamigen Fonds, in die Diskussion eingemischt und kritisiert die sozialistische Regierung aufs Schärfste.

von Tim Rahmann

Gereizte Stimmung in Paris: Frankreichs Präsident Francois Hollande stößt mit seiner Wirtschaftspolitik auf heftige Gegenwehr. In einer Zeitungsanzeige machte nun Carmignac seinem Ärger Luft.

Frankreich befindet sich im freien Fall. Die Top-Bonitätsnote ist weg, die Regierung muss die Wachstums- und Defizitzahlen regelmäßig nach unten korrigieren und der Internationale Währungsfonds nennt die zweitgrößte Volkswirtschaft im Euro-Raum "Europas größtes Sorgenkind". Die Unternehmen sind zunehmend nervös. Sie fürchten, dass sich Frankreichs Absturz fortsetzt, wenn die Regierung nicht schnellstens die Reißleine zieht.

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Die französische Fondsgesellschaft "Carmignac Gestion" hat bereits im Januar einen Warnschuss abgesetzt, indem sie einen Teil ihrer Fondsverwaltung aus Steuergründen nach Luxemburg verlegte. "Wir müssen Talente gewinnen und sie gut bezahlen, das Umfeld ist dafür in Frankreich nicht sehr günstig", erklärte der damalige Generaldirektor Eric Helderlé. Viele Unternehmen aus dem In- und Ausland hofften, dass die sozialistische Regierung einlenken und ihren Kurs korrigieren würde. Die Liste der Kritik ist lang: Die Einführung der Reichensteuer gehört natürlich dazu, aber auch die (im Endeffekt gestoppten) Spekulationen, Konzerne zu verstaatlichen, sollten sie Arbeitsplätze abbauen - wie konkret im Fall eines Stahlwerks von "ArcelorMittal" in Lothringen.

Doch die Warnungen verhallten. In der vergangenen Woche setzte die Regierung eine Arbeitsmarktreform um. Ihr Name: "Schutz der Beschäftigung". Arbeitnehmer sollen wieder häufiger unbefristete Verträge und bessere Leistungen aus der Kranken- und Arbeitslosenversicherung erhalten. Zu den wichtigsten Neuerungen gehört zudem, dass Unternehmen ihren Belegschaften längere Arbeitszeiten oder niedrigere Löhne abverlangen können, wenn ein Betrieb in konjunkturbedingte Schwierigkeiten gerät.

"Wir sprechen hier von einer Bestandssicherung für Arbeitsplätze und der geordneten Abwicklung im Fall von betrieblichen Schwierigkeiten. Das ganze führt keineswegs dazu, dass man mehr Flexibilität für Neueinstellungen schafft", urteilt Jörn Bousselmi, Geschäftsführer der deutsch-französischen Handelskammer in Paris. Bousselmi erwartet auch Streit bei der Beurteilung, ob ein Unternehmen konjunkturbedingt in eine Schieflage geraten ist. "Da wird dann jede Seite ihre ganz eigene Sichtweise haben."

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Jobs wird die Reform so kaum schaffen. Dabei wäre es dringend nötig, den Arbeitsmarkt zu beleben. Seit 22 Monaten steigt in Frankreich die Zahl der Erwerbslosen. Inzwischen sind mehr als 3,2 Millionen Menschen ohne Job. Das entspricht einer Quote von gut zehn Prozent.

Verärgert über die Politik von Francois Hollande hat sich nun Edouard Carmignac, Chef des gleichnamigen Fonds, erneut in die Diskussion eingemischt. In ganzseitigen Zeitungsanzeigen in Deutschland kritisiert er die sozialistische Regierung aufs Schärfste.

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