Krise in der Eurozone: Arbeitslosigkeit steigt auf Rekordhoch

Krise in der Eurozone: Arbeitslosigkeit steigt auf Rekordhoch

In den Euro-Ländern ist die Zahl der Erwerbslosen auf ein Rekordhoch gestiegen. Besonders hart trifft es die Jugendlichen in Südeuropa. Deutschland ist hingegen unter den Ländern mit der niedrigsten Arbeitslosenquote.

Die anhaltende Schulden- und Wirtschaftskrise hat die Arbeitslosigkeit in der Eurozone auf ein neues Rekordhoch getrieben. Im Oktober stieg die Arbeitslosenquote in der Währungsunion auf 11,7 Prozent nach 11,6 Prozent im Vormonat, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte. Vor einem Jahr hatte die Quote 10,4 Prozent erreicht. Insgesamt waren im Oktober in den 17 Euroländern 18,7 Millionen Menschen ohne Job. Das waren 173.000 Arbeitslose mehr als im September und fast 2,2 Millionen mehr als im Oktober vor einem Jahr.

Besonders hart traf die Krise die Arbeitsmärkte in Südeuropa, wo zum Teil jeder vierte Bürger keine Stelle hatte. Die höchste Arbeitslosenquote im Oktober hatte laut Eurostat Spanien mit 26,2 Prozent. In Griechenland lag sie nach den jüngsten verfügbaren Zahlen vom August bei 25,4 Prozent. In beiden Ländern hatte weit mehr als die Hälfte der unter 25-Jährigen keine Arbeit.

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In Italien hat die Jugendarbeitslosigkeit im Oktober die Rekordhöhe von 36,5 Prozent erreicht, 1,4 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Wie das nationale Statistikamt Istat am Freitag in Rom mitteilte, suchten nach vorläufigen Berechnungen im Oktober 639.000 der 15- bis 24-Jährigen eine Arbeit.

Wissenswertes über Italien

  • Italiener leben lang – und ungesund

    Das Klima und die mediterrane Küche sind wohl ausschlaggebend für die hohe Lebenserwartung der Italiener. In Europa führen sie die Liste aller OECD-Staaten an, weltweit belegen sie den zweiten Platz. Die Lebenserwartung beträgt bei Frauen circa 83 Jahre, bei Männern 78 Jahre. Ungefähr 19 Prozent der Italiener sind älter als 65 Jahre.

    Dennoch ist auch im Stiefelstaat der Trend zum Übergewicht festzustellen. Italien hat der adipösen Gesellschaft den Kampf angesagt und so gibt es in Italien einige Krankenhäuser, die sich ausschließlich um fettleibige Patienten kümmern.

  • Das sind die reichsten Italiener

    Der Süßwarenfabrikant Michele Ferrero ist der reichste Mann Italiens. Sein Vermögen wird auf 17 Milliarden Dollar geschätzt. Leonardo Del Vecchio, Gründer von Luxottica, folgt auf Rang zwei.

  • Verkaufsschlager Wein und Öl

    Die italienische Landwirtschaft spielt insgesamt keine große Rolle. In zwei Bereichen sind die Italiener dennoch Weltspitze: So produzierte das Land 2010 rund 44,8 Millionen Hektoliter Wein. Nur Frankreich stellt mehr Wein her. Außerdem ist Italien, nach Spanien, der zweitgrößte Erzeuger von Olivenöl.

  • Italiens beste Kunden

    Italiens Handelspartner befinden sich in direkter Nähe zu dem Land. Deutschland ist der wichtigste Partner, gefolgt von Frankreich. Italiens Produkte erfreuen sich besonders in Großbritannien, Spanien und den USA großer Beliebtheit. Importiert wird aus den Niederlanden, China, Libyen und Russland.

  • Was kann Italien besser als Deutschland?

    Eindeutig Brillen herstellen! Denn Luxottica, mit Sitz in Agordo (Provinz Belluno) ist der weltgrößte Brillenhersteller. Seit 1995 kauft das italienische Unternehmen US-Marken wie Ray-Ban und Oakley auf.

  • Italiens "Blaue Banane"

    Mailand, Turin und Genua sind die größten Wirtschaftszentren Italiens. Sie sind Teil des europäischen Wirtschaftsraumes, der durch neun Länder führt und "Blaue Banane" heißt. Zentrale Einrichtungen der Europäischen Union und 20 Weltstädte befinden sich in der Zone. Hier sind die Bevölkerung, die Wirtschaft, das Kapital und die Infrastruktur sehr gut verwoben und bilden somit eine wirtschaftliche Achse Europas. Vergleichbar ist dieser Wirtschaftsraum mit BosWash in den USA.

  • Die kuriosesten Gesetze

    Kuriose Gesetze sind in Italien keine Seltenheit. So müssen Hunde dreimal täglich Gassi gehen. Die Polizei darf sich bei den Nachbarn auch erkundigen, ob dies eingehalten wird. Hohe Geldstrafen sind ausgesetzt, wer sich nicht an die Gesetze halten will. Wer sich in der Lombardei abends auf einer Bank ausruhen will, muss sich vergewissern, dass nicht mehr als drei Personen Platz nehmen. Denn in einem öffentlichen Park ist dies streng reglementiert.

  • Reich an Kultur

    Italien ist das Land mit den meisten Welterbestätten. Italien ist in Besitz von 100.000 Denkmälern. Darunter befinden sich nicht nur Kirchen, Galerien und Schlösser. Auch archäologische Funde, Brunnen und Villen fallen unter den Denkmalschutz.

Auch die Arbeitslosigkeit insgesamt in Italien hat den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt erreicht. Die um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Arbeitslosenquote stieg im Oktober von 10,8 auf 11,1 Prozent. Knapp 2,9 Millionen Italiener waren arbeitslos. Auf Jahresbasis gesehen legte die Arbeitslosigkeit um 2,3 Prozentpunkte zu. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der monatlichen Datenerhebung im Januar 2004. Eine höhere Zahl hatte es zuletzt Anfang 1999 gegeben, damals gab es allerdings nur Quartalsdaten.

Italien steckt seit Mitte 2011 tief in der Rezession. Die EU-Kommission, die OECD und der Internationale Währungsfonds sagen der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone für 2012 jeweils einen Konjunktureinbruch von mehr als zwei Prozent voraus. Die Schuldenkrise und der harte Sparkurs der Regierung trüben vor allem die Aussichten junger Menschen ein.
Die niedrigsten Arbeitslosenquoten laut Berechnung von Eurostat hatten im Oktober Österreich mit 4,3 Prozent, Luxemburg mit 5,1 Prozent sowie Deutschland mit 5,4 Prozent.

Die Freytags-Frage Sind Inflationsängste Ausdruck einer Neurose?

Die Deutschen fürchten wegen der Schuldenkrise um den Wert ihres Geldes. Doch wie berechtigt ist die Angst vor Inflation? Unser Kolumnist antwortet.

Sind die Inflationsängste der Deutschen überflüssig? Quelle: Fotolia

Die Inflation in den 17 Euro-Ländern hat sich dagegen im November deutlich abgeschwächt. Dank günstigerer Energiepreise sank die jährliche Teuerungsrate laut Eurostat auf 2,2 Prozent. Im Oktober hatte die Rate noch 2,5 Prozent betragen, im August und September 2,6 Prozent. Energie blieb zwar einer der stärksten Preistreiber, doch in geringerem Ausmaß als zuvor. Auch die Preise für Lebensmittel, Alkohol und Zigaretten zogen weniger stark an. Damit bewegt sich die Inflationsrate in der Eurozone wieder auf den Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) zu. Die Währungshüter sehen die Preisstabilität bei knapp unter 2,0 Prozent gewährleistet.

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