Labour-Partei rückt nach links: Parteirebell Corbyn ist neuer Chef

Labour-Partei rückt nach links: Parteirebell Corbyn ist neuer Chef

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Jeremy Corbyn ist der neue Vorsitzende der britischen Labour-Partei.

Eigentlich ist es mehr ein großer Sprung nach links als ein Ruck. Jeremy Corbyn übernimmt den Vorsitz der britischen Labour-Partei. Fans feiern ihn, in der Partei müssen viele erst mal durchatmen. Denn der Neue spaltet.

Mit einem Sensationsergebnis haben die britische Labour-Partei und ihre Anhänger den linken Pazifisten Jeremy Corbyn zum neuen Labour-Vorsitzenden gewählt. Der 66-Jährige erhielt bereits in der ersten Runde fast 60 Prozent der mehr als 400.000 abgegebenen Stimmen, wie die Partei am Samstag bekannt gab. Die „Partei und Bewegung“ sei so stark und leidenschaftlich wie lange nicht, sagte Corbyn in seiner Dankesrede.

Der langjährige Londoner Unterhaus-Abgeordnete setzte sich gegen drei weitere Kandidaten im Rennen um die Nachfolge von Ed Miliband durch, der nach der verlorenen Parlamentswahl im Mai zurückgetreten war. Der zweitplatzierte Andy Bundham, der als Favorit gestartet war, erhielt nur 19 Prozent der Stimmen.

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Als linker Parteirebell und Hinterbänkler, der unter anderem Verstaatlichungen und die Abschaffung der britischen Atomwaffen fordert, hatte Corbyn zunächst als völlig chancenlos gegolten. Im Laufe des Wahlkampfes hatte er aber vor allem junge Labour-Mitglieder und -unterstützer begeistert. Am Ende galt er als Favorit. Wie deutlich er gewann, überraschte aber doch.

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Überraschend werden die Tories stärkste Partei, möglicherweise haben sie sogar eine absolute Mehrheit. Die Labour-Partei erlebte ein Desaster. In Schottland triumphieren die Nationalisten. Das Pfund legt zu.

huGO-BildID: 44252585 Britain's Conservative party leader David Cameron, center, walks around and talks to party officials and workers at his Witney constituency count in Witney, England Friday, May 8, 2015. Cameron's Conservative Party fared much better than expected in parliamentary elections Thursday, an exit poll projected, suggesting it is within touching distance of forming a new government. (AP Photo/Alastair Grant) Quelle: AP

Der neue Parteichef hat in den eigenen Reihen erbitterte Gegner. Er repräsentiert eine krasse Abkehr von der „New-Labour“-Linie unter Tony Blair. Unmittelbar nach Corbyns Wahl verließ Jamie Reed das Schattenkabinett der Partei, wo er bisher für Gesundheit zuständig war. „Ich werde Jeremy Corbyn unterstützen“, sagte sein Vorgänger und Unterhaus-Wahlverlierer Ed Miliband am Samstag. Er hoffe, der Rest der Partei werde dies auch tun. Eine Rolle im Schattenkabinett schloss Miliband für sich aus.

Vor allem Corbyn-Gegner hatten sich über Unregelmäßigkeiten während der Wahl beschwert. So hätten Mitglieder ihre Wahlunterlagen nicht rechtzeitig bekommen. Unter den neu registrierten Unterstützern und Mitgliedern seien extreme Linke, die die Partei unterwandern wollten. Labour-Generalsekretär Iain McNicol betonte, die Partei habe diejenigen „aussortiert“, die den demokratischen Prozess „untergraben“ wollten.

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