Britische Polizei identifiziert mutmaßlichen Täter

Manchester: Polizei identifiziert mutmaßlichen Täter - IS reklamiert Anschlag für sich

, aktualisiert 23. Mai 2017, 13:28 Uhr
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Sängerin Ariana Grande soll gerade ihr Konzert beendet haben, als es zur Explosion gekommen sein soll.

Bei einem Konzert in Manchester riss ein Selbstmordattentäter mindestens 22 Menschen mit in den Tod, darunter auch Kinder. Während die Polizei einen 22-jährigen mutmaßlichen Täter identifiziert hat, reklamiert der IS den Anschlag für sich.

Ein Attentäter hat bei einem Popkonzert von Teenie-Star Ariana Grande in Manchester mindestens 22 Menschen in den Tod gerissen, darunter auch Kinder, wie die Polizei mitteilte. Rund 60 Leute seien verletzt. Der mutmaßliche Selbstmordattentäter ist der 22-Jähriger. Die Angabe von drei US-Regierungsvertretern bestätigte die britische Polizei. Geprüft werde, ob er allein gehandelt habe oder zu einem Netzwerk gehörte.

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat den Angriff auf das Popkonzert derweilen für sich reklamiert. Einer seiner Kämpfer habe den Anschlag in Manchester verübt. Jedoch haben die USA eine Verbindung der Extremistenmiliz zu dem Anschlag noch nicht bestätigt, wie der Direktor der nationalen Geheimdienste, Dan Coats, erklärte. Im Stadtbezirk Fallowfield von Manchester kam es am Nachmittag zu einer kontrollierten Sprengung. Diese stehe im Zusammenhang mit den anhaltenen Terror-Ermittlungen, erklärte die Polizei laut dem Sender Sky.

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Die britische Premierministerin Theresa May hatte nach einer Krisensitzung der Regierung erklärt, dass die Ermittler bei dem Terroranschlag von einem Einzeltätern ausgingen. Trotzdem sei nun zu klären, ob der Täter Teil eines Netzwerkes gewesen sei, was jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen würde. Der Terroralarm bleibt derweilen auf der höchsten Stufe. Der Wahlkampf vor den Parlamentswahlen am 8. Juni ist unterbrochen.

Die Explosion hatte sich am späten Montagabend in der Manchester Arena ereignet, einer Konzerthalle, die bis zu 21.000 Besuchern Platz bietet. Zeugen berichteten von einem Knall nach dem letzten Lied Grandes gegen 22.30 Uhr Ortszeit. Die BBC berichtete unter Berufung auf die Polizei, die Explosion sei im Foyer der Halle gewesen. Der Veranstalter erklärte, es sei in einem öffentlichen Raum außerhalb der eigentlichen Konzerthalle passiert. Der Mann habe eine selbstgebaute Bombe gezündet, wie am frühen Morgen bekannt wurde.

Krankenwagen rasten zur Manchester Arena. Hubschrauber kreisten über dem Areal. Notfalldienste und Feuerwehr baten die Bevölkerung über den Kurznachrichtendienst Twitter, sie wegen des Einsatzes nur bei lebensbedrohlichen Angelegenheiten zu kontaktieren. Rund um die Halle zogen bewaffnete und maskierte Polizisten auf. Auch Sprengstoffspezialisten waren im Einsatz.

Der unmittelbar neben der Halle liegende Bahnhof Manchester Victoria wurde gesperrt. Die Polizei forderte die Menschen via Twitter auf, sich aus der Gegend um die Halle fernzuhalten. Sie rief die Bürger zu Wachsamkeit auf.

Der Attentäter hat mindestens 22 weitere Menschen am Montagabend mit in den Tod gerissen. Zu seiner Person und seinem Motiv bleiben am Tag danach viele Fragen offen.

In der Konzerthalle spielten sich nach der Explosion laut Augenzeugen dramatische Szenen ab. „Der Knall hallte durch das Foyer der Arena und die Leute fingen an zu laufen“, berichtete ein 17-Jähriger, der mit seiner zwei Jahre älteren Schwester das Konzert besucht hatte. „Ich sah, wie die Leute schreiend in eine Richtung rannten und sich plötzlich viele umdrehten und wieder in die andere Richtung liefen“, sagte der Jugendliche dem Nachrichtensender Sky News.

Augenzeugen berichteten von Menschen, die blutüberströmt auf dem Boden lagen. Dort hätten auch Metallteile und Splitter gelegen. Auf Bildern waren Konzertbesucher mit Beinverletzungen zu sehen. Menschen flohen in Panik und mit Tränen in den Augen aus der Halle.

Markus Beckedahl „Mehr Videoüberwachung schützt nicht vor Anschlägen“

Großbritannien ist das Land mit den meisten Überwachungskameras. Anschläge hat das nicht verhindert. Der netzpolitische Aktivist Markus Beckedahl fordert besser ausgerüstete Polizisten anstatt mehr Videoüberwachung.

epa03315594 A security camera is placed on a lamp post near the Great Westminster clock - better known as Big Ben - next to the Houses of Parliament, in London, Britain, 23 July 2012. London will host the 2012 Olympic Games from 27 July 2012 to 12 August 2012. EPA/ETTORE FERRARI +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Grande war angesichts der Ereignisse „am Boden zerstört“. „Aus tiefstem Herzen: Es tut mir so leid. Mir fehlen die Worte“, schrieb die 23-Jährige auf Twitter. Kollegen wie Justin Timberlake und Christina Aguilera zeigten sich entsetzt. In Manchester boten Anwohner den Betroffenen Unterschlupf an; bei Twitter gab es dafür den Hashtag #roominmanchester.

Sollte es sich um einen Terroranschlag handeln, wäre es für Großbritannien der schwerste seit 2005. Damals zündeten vier Muslime mit britischem Pass in der U-Bahn und einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen starben, etwa 700 wurden verletzt.

Im März hatte ein Attentäter ein Auto absichtlich in Fußgänger auf einer Brücke im Zentrum Londons gesteuert und anschließend einen Polizisten erstochen. Von den Opfern auf der Brücke erlagen vier ihren Verletzungen.

Die Explosion bei dem Ariana-Grande-Konzert löste weltweit Betroffenheit aus. Die britische Popgruppe Take That, die sich 1990 in Manchester gegründet hat, sagte ihren für Dienstagabend vorgesehenen Auftritt im benachbarten Liverpool ab. Reaktionen von Politikern und Prominenten lesen Sie hier.

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