Marc Faber: EZB-Politik ist nicht wachstumsorientiert

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Marc Faber

von Philipp Mattheis

Die Niedrigzinspolitik der Notenbanken schadet mehr als sie nutzt, warnt der Investor und Börsenexperte Marc Faber.

„Die aktuelle Politik der Europäischen Zentralbank ist nicht wachstumsorientiert. Die europäische Wirtschaft ist moribund“, sagt Faber im Interview mit der WirtschaftsWoche. Er könne sich nicht vorstellen, wie Europa noch mal drei oder vier Prozent wachsen solle. Faber: „Es gibt viel zu viele Regularien – und die schaden vor allem den kleinen Unternehmen. Große Unternehmen jubeln.“ Es gebe keinen freien Kapitalismus mehr. Stattdessen bestimmten heute Großkonzerne und Politik alles. „Ich halte es mit Ronald Reagan: Die Regierung ist nicht die Lösung, sie ist das Problem“, so Faber. „Die Lösung für Europa kann nur sein, die Staatsquote zu verringern, Regularien und die Verschuldung abzubauen.“

"Heutzutage ist es eher ein Risiko, keine Aktien zu halten"

Marc Faber rät Anlegern zum Aktienkauf. „Große Gewinne sind nicht drin, es geht darum, das Geld zu erhalten. Ich würde es streuen, in etwa gleichgewichtet in Gold, Immobilien, Aktien und Unternehmensanleihen“, sagt Faber im WirtschaftsWoche-Interview. Auf Aktien dürfe aktuell keineswegs verzichtet werden, so Faber: „Heutzutage ist es eher ein Risiko, keine Aktien zu halten.“ Faber erwartet eine Geldentwertung: „Bargeld ist riskant, weil es in zehn Jahren weniger wert sein wird als heute. Staatsanleihen werden nur mit wertlosem Papiergeld zurückbezahlt“, warnt er.

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Faber zählt zu den einflussreichsten Investoren der Welt. Der in Thailand lebende Schweizer berät Fonds und managt für Kunden 300 Millionen Dollar. „Vorsichtig bin ich in Schweizer Blue Chips gegangen, in Novartis, Roche, Nestlé, Swiss Re, Zurich Insurance, Swiss Life, UBS. Außerdem habe ich Unternehmen aus den Sektoren Energie, Telekom und Versorger, wie etwa GDF Suez, Veolia Environnement, Iberdrola, Telefónica, Telecom Italia, Orange, Total, Enel, E.On und RWE“, nennt Faber Namen.
In Kalifornien erwartet Faber, der frühzeitig vor den ersten Tech-Crash gewarnt hatte, eine zweite Dotcom-Blase. „Von den ganzen Tech-Unternehmen aus dem Silicon Valley halte ich dagegen nicht viel“, so Faber. „Diese Unternehmen müssen doch so viel Cash verbrennen, um zu überleben. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.“ Deshalb empfiehlt Faber auch nach wie vor Gold als Anlage. „Langfristig ist Gold einfach die beste Versicherung gegen das unverantwortliche Verhalten der Zentralbanken.“

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