Mario Monti: Ein deutscher Italiener

Mario Monti: Ein deutscher Italiener

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Der frühere EU-Kommissar Mario Monti, ist der neue Hoffnungsträger Roms.

Unabhängig, unbestechlich, unerschütterlich, manchmal auch unnachgiebig und unbequem - aber nie unberechenbar. Mario Monti, der künftige italienische Regierungschef, verkörpert einen ganz anderen Typus Politiker als sein Vorgänger Silvio Berlusconi.

Die nationale politische Karriere des Mario Monti, begann am 11.11. gegen 11 Uhr. Am vergangenen Freitag erschien der erst zwei Tage zuvor zum “Senator auf Lebenszeit” Ernannte erstmals im Palazzo Madama, dem Sitz des Senats in Rom. Der Anlass: Die Abstimmung über ein Bündel wirtschaftlicher Reformmaßnahmen, letzter Akt der Regierung Berlusconi. Maßnahmen, die Monti als erste Amtshandlung umsetzen und noch verschärfen wird müssen.

Der Autor, Michael Tscherny, gehörte als Pressesprecher von 1999 bis 2002 dem engsten Stab des damaligen EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti an. Tscherny ist Mitinhaber der Beratungsfirma GPlus in Brüssel.

Der Autor, Michael Tscherny, gehörte als Pressesprecher von 1999 bis 2002 dem engsten Stab des damaligen EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti an. Tscherny ist Mitinhaber der Beratungsfirma GPlus in Brüssel.

Rückblende: Die breitere politische Öffentlichkeit in Europa nimmt Mario Monti, damals gerade erst 50, erstmals im Jahre1994 wahr, als der damalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi ihn zum EU-Kommissar ernennt. Kommissionspräsident Jacques Santer, intellektuell eher ein Kleinkaliber im Kreise seines Teams, war sehr beeindruckt von Berlusconis Wahl des kompetenten Professors für Volkswirtschaft. Nachdem er Monti erstmals getroffen hatte, ließ er dies den italienischen Regierungschef wissen. Santers größtes Lob: Monti wirke so gar nicht wie ein Italiener!

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Der kühle Lombarde

Daran hat sich nichts geändert. Wenn es einen Wettkampf zwischen Merkel und Monti um den Titel des besseren Marktwirtschaftlers gäbe – der kühle Lombarde mit den sparsamen Gesten würde ihn klar gewinnen. Bereits bei seiner Ankunft in Brüssel eilte Monti der Ruf voraus, er sei “der deutscheste aller italienischen Ökonomen”, eine Bezeichnung, mit der er selbst gerne kokettierte. Vor deutschem Publikum erinnerte er auch gelegentlich daran, dass sein Vater Direktor einer kleinen Sparkasse in Norditalien gewesen sei. Monti wusste immer, wie wichtig den Deutschen ihre Stabilitätskultur und harte Währung, aber auch die soziale Komponente der Marktwirtschaft waren. Mit diesen Werten konnte er sich identifizieren. Sie auch in Italien zu verankern, wird sein wichtigstes Ziel sein.

Vieles ist bekannt über Monti: sein asketischer Stil und seine Selbstbeherrschung; seine Bescheidenheit und Standfestigkeit; sein Nimbus als ‘graue Eminenz”, sein stets tadelloser Aufritt, zuvorkommend im Ton aber entschlossen in der Sache; seine Vorträge, die zwar intellektuell scharfsinning und präzise formuliert aber in der Darbietung eher langweilig sind.

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