Milliardenspritze nötig: Stress mit Bulgariens Banken

Milliardenspritze nötig: Stress mit Bulgariens Banken

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Bulgarien will die Corp Bank retten.

Bulgarien macht neue Milliardenschulden, um die angeschlagene CorpBank zu retten. Gleichzeitig bittet das Land die EZB um Hilfe.

Bis zu 3,4 Milliarden Lew (rund 1,7 Milliarden Euro) will sich sein Land an den Finanzmärkten im In- und Ausland leihen, erklärte Finanzminister Petar Tschobanow. Dadurch dürfte sich das Haushaltsdefizit auf 2,7 Prozent von bisher geplanten 1,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausweiten.

80 Prozent der neuen Schulden würden für die Corpbank benötigt, sagte der Minister. Mit dem übrigen Geld würden die niedriger als erwartet ausgefallenen Steuereinnahmen ausgeglichen und Ausgaben im Gesundheitswesen finanziert. Die bulgarische Zentralbank entzog vergangene Woche der viertgrößten Bank des Landes die Lizenz und begründete dies mit Hinweisen auf Fehlverhalten. Medienberichte über zweifelhafte Geschäfte hatten im vergangenen Monat einen Ansturm der Kunden ausgelöst, die ihr Geld bei der Bank abheben wollten.

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Die Corpbank-Dollaranleihe, die Anfang August fällig wird, notierte zuletzt auf Rekordtiefständen von 45 bis 50 Cent je Dollar. Tschobanow sagte, die Regierung erwäge Hilfen für die Anleihenbesitzer. Eine Zustimmung im Parlament für die Bankenrettung ist jedoch fraglich. Insgesamt werde die Corpbank-Rettung den Steuerzahler 1,5 bis zwei Milliarden Lew kosten, so der Finanzminister.

Gleichzeitig bittet sein Land die Europäische Zentralbank (EZB) darum, die Aufsicht über Banken des Landes zu übernehmen. Die bulgarische Zentralbank habe Kontakt zum EZB-Direktorium aufgenommen – mit dem Ziel des Beitritts zum Einheitlichen Aufsichtsmechanismus (SSM). "Wir haben einen vollständigen Konsens dazu, dass wir umgehend mit dem Prozess zum Eintritt Bulgariens in den Einheitlichen Aufsichtsmechanismus der EU beginnen", sagte Präsident Rosen Plevneliev laut der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Bulgarien kann zuversichtlich sein, dass Bulgarien seine Integration in Europas modernen Mechanismus fortsetzen wird."

Im November wird die EZB die Aufsicht über Banken in der Eurozone übernehmen. Für die 18 Mitgliedsstaaten erfolgt die Aufsicht automatisch. Staaten, die den Euro derzeit nicht als Zahlungsmittel nutzen, können mit dem SSM eine "enge Kooperation" eingehen.

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