Nach Brexit keine Neuverhandlungen: Elmar Brok warnt Briten: Kein Weg zurück!

Nach Brexit keine Neuverhandlungen: Elmar Brok warnt Briten: Kein Weg zurück!

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament, Elmar Brok, hat die Briten vor der Hoffnung gewarnt, nach einem Ja zum EU-Austritt später wieder eine neue Mitgliedschaft aushandeln zu können.

Erst raus aus der EU und dann wieder zu besseren Konditionen rein? Darauf sollten Briten nicht spekulieren, sagt der Europaabgeordnete und Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament Elmar Brok (CDU). Es werde „keine Neuverhandlungen über einen neuen Deal geben“, sagte Brok vor Journalisten in Straßburg. „Wir wollen auch keinen Präzedenzfall für andere Länder haben, dass es sich lohnt, erst einmal dagegen zu sein, um danach mehr rauszuholen.“

Am 23. Juni können die Briten bei einem Referendum abstimmen, ob sie in der Europäischen Union bleiben oder diese verlassen wollen.

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Außerdem listete Brok auf, welche Nachteile ein Brexit bringen könnte. So sagte er, die derzeitige britische Debatte über Gefahren der Migration aus der EU sei „eine erfundene Diskussion, die falsche und unbegründete Sicherheit vermittelt“. Nach wie vor gebe es britische Grenzkontrollen. „Die Briten müssen nur sehen, dass der Schutz, den sie durch uns haben, etwa durch die Franzosen in Calais, dann wegfallen würde.“ Die britische Lage in Sachen Migration verschlechterte sich also.

Historiker Ronald G. Asch über den Brexit "Die Briten beanspruchen eine Sonderrolle"

Die Distanz der Briten zur EU ist auch aus einem historischen Überlegenheitsgefühl zu erklären. Die Brüsseler Bürokratie verträgt sich schlecht mit der britischen Vorstellung von Demokratie, sagt Ronald G. Asch.

Bei der alljährlichen "Last Night of the Proms"  feiern Briten mit patriotischen Liedern wie "Rule, Britannia!" und "Land of Hope and Glory" - halb ironisch - ihr Land. Quelle: Getty Images

Zudem wollten die Briten unbedingt weiter vom Binnenmarkt profitieren - dafür müsse Freizügigkeit der Arbeitnehmer garantiert sein, sagte Brok. „Davon kriegen sie keine Ausnahme.“ Er verwies auf die Schweiz und Norwegen, die als mit der EU verbundene Nicht-Mitglieder ebenfalls Freizügigkeit gewähren müssen.

Es sei „im beiderseitigen Interesse, aber noch mehr im britischen Interesse, dass wir zusammenbleiben“, sagte Brok. „Die Bereitschaft von unserer Seite ist da. Wir sollten die Fakten sprechen lassen und nicht die Emotionen der Vergangenheit.“

David Cameron Briten würden sich mit EU-Austritt selbst schaden

„Wirtschaftliche Selbstbeschädigung“ und Kriegsgefahr in Europa: Cameron malt seinen Landsleuten im Falle eines EU-Ausstiegs ein Schreckensszenario an die Wand. Die Brexit-Befürworter sind indes nicht überzeugt.

Der britische Premierminister David Cameron hat seine Landsleute erneut eindringlich vor einem Austritt aus der EU gewarnt.  Quelle: dpa

Brok sagte, bei einem Ja zum Austritt aus der EU (Brexit) müsse diese Entscheidung respektiert werden. Die Mitgliedschaft sei dann beendet. Es werde danach lediglich „Scheidungsverhandlungen“ geben: Dabei werde es beispielsweise darum gehen, welchen Anteil Großbritannien an den Pensionsverpflichtungen der EU gegenüber ihren Beamten tragen müsse.

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