Nach den Anschlägen in Brüssel: Was wir wissen – und was nicht

Nach den Anschlägen in Brüssel: Was wir wissen – und was nicht

, aktualisiert 23. März 2016, 12:45 Uhr

Bei einer neuen Terrorserie in Brüssel sind am Dienstag mindestens 30 Menschen getötet worden. Die Terror-Miliz IS hat sich zu den Anschlägen bekannt. Aber vieles ist noch unklar. Ein Überblick.

Der Tag nach der Terrorserie von Brüssel: Europa trauert. Ganz Belgien gedenkt der Opfer mit einer Schweigeminute. Die Ermittlungen kommen voran. Was wissen wir? Was nicht?

Wer steckt hinter den Anschlägen?

Der Verdacht richtet sich vor allem gegen ein Trio: ein terroristisches Bruderpaar, das sich angeblich in die Luft sprengte, und ein weiterer Islamist, der die Anschläge überlebt haben soll. Der Selbstmord-Attentäter vom Flughafen soll nach belgischen Medienberichten Ibrahim El Bakraoui gewesen sein. Der Terrorist, der in der Metro-Station Maelbeek eine Bombe zündete, war demnach sein Bruder Khalid. Bei dem dritten Mann soll es sich um den Islamisten Najim Laachraoui handeln. Berichte, nach denen der 24-Jährige am Mittwoch in Brüssel festgenommen worden sein sollte, stellten sich als unzutreffend heraus.

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Gibt es einen Zusammenhang zu der Terrorserie in Paris?

Vieles deutet darauf hin: der Ablauf der Taten, der Sprengstoff, die Tatorte. Vor allem aber: die Herkunft der mutmaßlichen Täter. Einer der beiden Brüder - Khalid - soll unter falschem Namen eine Wohnung angemietet haben, die zur Vorbereitung der Anschläge mit 130 Toten im November in Paris genutzt wurde. Die Brüder waren wegen verschiedener Delikte polizeibekannt, standen aber nicht unter Terrorverdacht. Der dritte Mann hingegen - Laachraoui - wurde seit dem Wochenende offiziell gesucht. Er soll zusammen mit Salah Abdeslam, der am Freitag in Brüssel festgenommen wurde, einer der Drahtzieher der Paris-Anschläge gewesen sein.

Wie viele Todesopfer gibt es?

Auch am Tag danach ist das nicht klar. Noch sind nicht alle Opfer identifiziert. Die belgischen Behörden sprechen jetzt von mindestens 31 Toten und fast 260 Verletzten. Am Dienstag war noch von 34 Toten und 230 Verletzten die Rede. Die Opfer kamen nach Angaben des belgischen Außenministers Didier Reynders aus etwa 40 Nationen. Eine Deutsche wurde leicht verletzt. Hinweise auf deutsche Todesopfer gab es zunächst nicht.

Hat sich die Lage in Belgien beruhigt?

Weiterhin gilt Terrorstufe 4 - die höchstmögliche. Das öffentliche Leben funktioniert mittlerweile halbwegs wieder. Aber das ganze Land trauert. Um 12.00 Uhr gab es eine landesweite Schweigeminute. Bis Karfreitag ist noch offiziell Staatstrauer. Die Flaggen wehen auf halbmast. Die Metro-Station Maelbeek wird vermutlich noch mehrere Wochen geschlossen bleiben. Wann genau der Flughafen wieder in Betrieb geht, weiß man noch nicht - frühestens aber am Freitag. Das für Dienstag geplante Fußball-Länderspiel zwischen Belgien und Portugal wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt.

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