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Nach den Wahlen: Was nun, Griechenland?

von Tim Rahmann und Andreas Toller

Nach dem Samaras-Sieg bei den Parlamentswahlen hoffen viele Griechen auf den Neuanfang. Doch kommt eine stabile und schlagkräftige Regierung zustande? WirtschaftsWoche Online beantwortet die dringendsten Fragen.

Griechische Bürger geben ihre Stimmzettel zur Parlamentswahl ab Quelle: dpa
Die Griechen wollen in der Euro-Zone bleiben. Deshalb machten sie Antonis Samaras und die „Nea Dimokratia“ zur stärksten Fraktion im neuen Parlament. Quelle: dpa

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Wieso hat Antonis Samaras die Wahl gewonnen?

Es war ein knapper Sieg, den die „Nea Dimokratia“ (ND) bei den Neuwahlen zum griechischen Parlament errungen hat. Dennoch: Am Ende lagen die Konservativen gut 3,5 Prozent vor dem schärfsten Widersacher, dem linksradikalen „Syriza“-Bündnis.

Samaras hat sich im Wahlkampf zum Sparkurs und zum Verbleib der Griechen in der Euro-Zone bekannt. Der 61-Jährige hat darüber hinaus seinen Gegenspieler Alexis Tsipras von „Syriza“ heftig kritisiert und gewarnt: Wird Tsipras gewählt, ist Griechenlands Euro-Aus besiegelt. Ob richtig oder nicht, eine Rückkehr zur Drachme will zwischen Athen und Kreta kaum ein Bürger. Mehr als 85 Prozent der Griechen sprechen sich in Umfragen regelmäßig für den Verbleib in der Euro-Zone aus.

Die Warnungen Samaras – plus die Ankündigungen aus dem Ausland, die Wahl werde als Votum für den Verbleib im Euro-Raum gesehen – dürfte einige Wähler dazu bewogen haben, die „Nea Dimokratia“ zu wählen. Auch wenn viele die Partei für die desolate Lage Griechenlands mitverantwortlich machen.

Kann er eine stabile Regierung bilden?                                                                                                                         

Theoretisch ja. Seine Partei kommt laut Hochrechnungen auf 128 Sitze im neuen Parlament. Die sozialistische „Pasok“-Partei, die den Sparkurs wie Samaras ebenfalls nicht komplett aufkündigen will, kann mit 33 Mandaten rechnen. Zusammen kämen „ND“ und „Pasok“ damit auf 161 Sitze im 300-Mann starken Parlament.

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Allerdings irritierte „Pasok“-Chef Evangelos Venizelos gestern mit der Ankündigung, er wolle nur unter Einbindung der Linksradikalen Regierungsverantwortung übernehmen. Zu groß ist offenbar die Angst, gegen die „Syriza“ anregieren zu müssen. Das könnte die Tsipras-Partei weiter stärken und auch den Druck von der Straße auf die neue Regierung erhöhen.

Zur Erinnerung: Die Linksradikalen wollen die Sparbeschlüsse mit Brüssel aufkündigen, sie stehen der Politik von „ND“ und „Pasok“ fundamental entgegen. Sollte Venizelos tatsächlich nicht bereit sein, zusammen mit den Konservativen eine Regierung zu bilden, droht Griechenland der politische Stillstand. Wieder einmal.  

 

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 19.06.2012, 10:20 UhrCharlemagne

    Ein Lohnempfänger oder Rentner in Estland und der Slowakei bekommt nur ein fünftel dessen, was die "Armen" im Club Med(-iterran) erhalten. Zahlen für den Club Med müssen sie trotzdem. Das ist untragbar. Die neuen Herrn in GR werden die europäischen Brudervölker auch im nächsten Jahrzehnt am Nasenring durch die Manege führen. Versprochen!

  • 18.06.2012, 16:55 UhrPoeki

    Wie kann es sein dass kein Politiker daran denkt das welche Hilfen Griechenland auch bekommt und bekommen wird, es wird nichts ändern an die desolate Situation vor Ort. Das Geld kommt sowieso nie zurück.
    Die 40.000 Beamte die bei jede Wahl zusätzlich eingesetzt wurden sind inzwischen hunderttausende, die verkrustete Einzelgewerkschaften, mit Ihren Zugeständnisse und Abgrenzungen, der Betrug von Hoch bis Unten für einzelne Sachen wie diese absurde Zahlungen für Gott und die Welt und und, die Liste ist noch Lang. Es ändert sich dort gar nichts.
    Dass die Lohnstückkosten viel zu hoch sind ist nicht nur durch Lohnkostenkürzungen zu bereinigen. Ohne Drachme kann das Land erst gar nicht anfangen an all diese Sachen zu arbeiten, obwohl ich nicht glauben kann dass das passieren wird. Endzeitstimmung.

  • 18.06.2012, 15:42 UhrEinBuerger

    Es geht ganz einfach:
    - Alle Auflagen die mit Rettungsgeldern verbunden sind ignorieren.
    - Alle Drohungen dass bei Nichteinhalten der Auflagen kein Geld mehr fließt ignorieren.
    - Unverändert Steuerhinterziehung begünstigen.

    Belohnung:
    Die Auflagen werden neu verhandelt, was aber auch egal ist da auch die neuen Vereinbarungen ignoriert werden.

    Konsequenz:
    Niemand wird sich noch an irgend welche Auflagen halten.

    Ist aber auch egal, Hauptsache Deutschlands Kasse wird geleert, oder richtiger, Deutschland muss dafür selbst Schulden machen.

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