Nach der S&P-Entscheidung: Euro unter Druck

Nach der S&P-Entscheidung: Euro unter Druck

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Bereits am Freitag war der Euro bis auf 1,2624 Dollar gefallen - den niedrigsten Stand seit 16 Monaten.

Die Finanzmärkte im Blick: Nach der Herabstufung durch Standard & Poor's gerät der Euro unter Druck.

Die Reaktion in Fernost hat nicht auf sich Warten lassen – die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Montag deutliche Verluste verzeichnet. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte zum Handelsende einen Abschlag von 121,66 Punkten oder 1,43 Prozent und ging beim Stand von 8378,76 Punkten aus dem Markt. Auch der Euro geriet unter Druck.

Die Gemeinschaftswährung sackte in Tokio auf den tiefsten Stand seit elf Jahren. Im Zuge der ersten Meldungen über den S&P-Rundumschlag war der Euro am Freitag bis auf 1,2624 Dollar gefallen - den niedrigsten Stand seit 16 Monaten. Die Gemeinschaftswährung erholte sich am Montagmorgen leicht bei 1,2655 US-Dollar.

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In Deutschland setzt die Bundesregierung weiterhin auf Gelassenheit. Der Finanzminister Wolfgang Schäuble hat nach der Herabstufung mehrerer Euro-Länder durch Standard & Poor's vor einer Überschätzung der Ratingagenturen gewarnt. „Die kochen auch nur mit Wasser und im Übrigen, sie sind in einem Wettbewerb untereinander“, sagte der CDU-Politiker am Montag im Deutschlandfunk. Er habe den Verdacht, dass die Ratingagenturen um öffentliche Aufmerksamkeit rängen. 

Zur weiteren Entwicklung in der Eurozone äußerte sich Schäuble optimistisch. „Ich glaube auch nicht, dass Standard & Poor's wirklich begriffen hat, was wir in Europa schon auf den Weg gebracht haben“, sagte er. Die Euroländer seien schließlich längst auf dem Weg in eine Fiskalunion, um sich an gemeinsame Haushaltsregeln zu halten. Die Entscheidung von S&P am Freitag zeige zudem dringenden Handlungsbedarf, den Einfluss der Ratingagenturen zu beschränken

Dem derzeitigen Euro-Rettungsschirm EFSF droht ebenfalls der Entzug der Bestnote. Doch der Bundesfinanzminister Schäuble sieht keinen Bedarf für eine Aufstockung des deutschen Garantierahmens von derzeit 211 Milliarden Euro. „Für das, was der EFSF in den nächsten Monaten zu leisten hat, reicht die Garantie bei weitem aus“, sagte Schäuble.

Auch Währungsexperten der Landesbank Hessen-Thüringen sehen vorerst keinen weiteren Handlungsbedarf. Sollte es in der europäischen Schuldenkrise keine neuen Hiobsbotschaften geben, die die Risikoaversion wieder dämpfen, dürfte es zu keinem verstärkten Druck auf den Euro kommen, schreiben sie am Montag in einem Marktausblick. Neues Stresspotenzial für die Gemeinschaftswährung geht derzeit nach Einschätzung von Experten vom größten Euro-Sorgenkind Griechenland aus. Die Verhandlungen über einen Schuldenschnitt mit den privaten Gläubigern drohen zu scheitern. In dieser Woche kehrt zudem die „Troika“ aus der EU-Kommission, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank nach Griechenland zurück. Dem Vernehmen nach will der IWF die Zügel weiter anziehen, um den schleppenden Sanierungskurs zu forcieren.

Der IWF hat derweil nach dem S&P-Rating-Urteil zu raschem Handeln aufgefordert. Die Aufforderung übermittelte der erste IWF-Vize-Chef David Lipton am Montag bei einer Wirtschaftsveranstaltung in Hongkong. Die Euro-Region drohe andernfalls in eine Abwärtsspirale des Vertrauensverlustes hineingesogen zu werden. Es sei zudem zu befürchten, dass die Konjunktur stagniere und Arbeitsplätze verloren gingen.

„Doch mit entschlossenen Maßnahmen in Europa und weltweiter Unterstützung für Europa kann eine neue Phase der Krise verhindert werden.“ Zur Ankurbelung des globalen Wirtschaftswachstums forderte Lipton Länder mit nachlassender Inflation auf, vorerst von einer strafferen Geldpolitik abzusehen.

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