Nach schlechten Wirtschaftsdaten: Zinssenkung durch EZB wird wahrscheinlicher

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Nach schlechten Wirtschaftsdaten: Zinssenkung durch EZB wird wahrscheinlicher

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EZB-Präsident Mario Draghi (rechts) und sein Stellvertreter Vítor Constâncio auf einer Pressekonferenz in Frankfurt.

Die neuesten Einkaufsmanagerindizes zeigen, dass die Wirtschaft der Euro-Zone alleine nicht aus ihrem Tief herauskommt. Das setzt die EZB unter Druck. Sie muss nachhelfen, aber ihr Instrumentenkasten ist erschöpft.

Der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) steigt. Sie soll durch weitere Zinssenkungen oder andere Ausgabenprogramme der Konjunktur wieder auf die Beine zu helfen. Denn alleine kann sich die Wirtschaft der Euro-Zone weiterhin nicht aus der Problemzone befreien. Noch Anfang des Jahres ging EZB-Präsident Mario Draghi davon aus, dass sich die Wirtschaft der Euro-Zone im Laufe der ersten Jahreshälfte merklich erholen werde. Die neuesten Konjunkturdaten bestätigen allerdings, dass die erhoffte konjunkturelle Frühjahrsbelebung in der Euro-Zone womöglich ausfällt.

Der Einkaufsmanagerindex für die Wirtschaft der Euro-Zone verharrte im April bei 46,5 Punkten. Das teilte das Markit-Institut am Dienstag mit. Das Institut berechnet den Indikator monatlich anhand einer Umfrage unter 5000 Firmen in Industrie- und Dienstleistungssektor. Erst ab einer Marke von 50 Zählern gehen Ökonomen von Wachstum aus. "Das signalisiert eine Besorgnis erregende Konjunkturschwäche zum Start des zweiten Quartals", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Das deute darauf hin, dass sich die Talfahrt in den kommenden Monaten eher verstärken als abschwächen dürfte.

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Logos von Euro, Dollar, Yen Quelle: dpa/Montage


Deutschland fällt als Zugpferd aus

Auch Deutschland, das wirtschaftliche Zugpferd der Euro-Zone, konnte sich dem Abwärtstrend nicht entziehen. Das Barometer für Europas größte Volkswirtschaft rutschte erstmals seit einem halben Jahr wieder unter die wichtige 50-Punkte-Marke. "Dass auch Deutschland wieder in negatives Terrain abgerutscht ist, verstärkt die Befürchtungen, dass die Wachstumslokomotive ausgefallen und zur Belastung für die Konjunktur geworden ist", sagte Williamson.
Die Industrie der Euro-Zone musste ebenfalls Einbußen vermelden. Der Index für die entsprechenden Unternehmen rutschte um 0,3 auf 46,5 Zähler ab. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten 46,8 Zähler erwartet. Die Produktion wurde so stark zurückgefahren wie seit vier Monaten nicht mehr. Lediglich das Barometer für die Dienstleister kletterte wie erwartet um 0,2 auf 46,6 Punkte.

Lockerung wahrscheinlich

Bankvolkswirte messen den Einkaufsmanagerindizes eine immense Bedeutung für die Geldpolitik der EZB zu. Bei einem Rückgang steige der Druck auf die Notenbank für eine erneute Lockerung. Und die wird offenbar immer wahrscheinlicher. Denn bereits am Montag nährte EZB-Vizechef Vítor Constâncio Spekulationen über eine baldige Zinssenkung im Kampf gegen die Rezession. Eine solche Entscheidung sei "stets eine Möglichkeit" und werde anhand hereinkommender Informationen getroffen, sagte der Stellvertreter von EZB-Präsident Mario Draghi der Finanzagentur MNI. Die Jahresteuerung gehe "ziemlich deutlich" nach unten. "Und das ist natürlich ein wichtiger Faktor für uns, da der Inflation das Hauptaugenmerk gilt." Gleichzeitig sende die Wirtschaft weiterhin "Signale der Schwäche". Der Leitzins in der Euro-Zone liegt auf einem Rekordtief von 0,75 Prozent.

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