
Wie das Netz gegen die geplanten Sperren protestiert
Greenpeace
Der Protest betrifft nicht nur Internetunternehmen. Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace färbt zumindest einen Teil ihrer Website schwarz. Auf Greenpeace.org titelt die Organisation im begleitenden Artikel „Entschuldigung, Sie dürfen diesen Artikel nicht lesen“ – und erklärt dann, warum sie gegen Internetzensur ist.

Streikaufruf
Zum Streik animierte die Website http://sopastrike.com für den heutigen Mittwoch. Unterstützer können auch an einer Online-Pedition teilnehmen und ihre schwarzen Websites auf der Website listen lassen.

Barack Obama
US-Präsident Barack Obama färbt zwar seine Website nicht ein, er unterstützt die Aktion aber. Auch hier können Gegner von SOPA (Abk. für Stop Online Piracy Act) und PIPA (Abk. für Protect IP Act) sich registrieren.

Wikipedia.org
Da ist Wikipedia.org deutlich offensiver in seiner Vorgehensweise. Im Rahmen des „Blackout-Days“ gibt es hier nur noch schwarz. Die freie Online-Encyclopädie befürchtet, dass alle Bemühungen, ein freies und offenes Internet zur Verfügung zu stellen, nachhaltigen Schaden nehmen könnte.

Google.com
Überhaupt nehmen diverse Webgrößen an der Aktion teil, zum Teil sehr unterschiedlich. Google begnügt sich so auf der amerikanischen Version der Website mit einem Link, auf dem erklärt wird, warum der Kongress nicht das Internet zensieren sollte.

Mozilla.org
Mozilla hingegen – hier wird der Webbrowser Firefox und das Mailprogramm Thunderbird als Opensource-Software entwickelt – zeigt allen Amerikanern, die die Grundeinstellungen ihres Browsers nicht geändert haben, eine schwarz eingefärbte Startseite.

Wordpress
Und Wordpress – eine Vielzahl von Weblogs werden mit Hilfe dieser frei verfügbaren Software realisiert – erläutert in einem Video auf der komplett geschwärzten Website, warum Amerikaner, aber auch alle Menschen weltweit, gegen SOPA protestieren sollten – und bietet auch gleich die Möglichkeit, an einer Online-Petition teilzunehmen.

Chaos Computer Club
In der Tat erreicht die Aktion auch einige deutsche Websites. Der Chaos Computer Club zum Beispiel hat eine schwarze Website, auf der nur die Begründung für die Teilnahme an der Aktion zu lesen ist. Sie wollen nicht Hacker in einer Welt sein, in der „jeder Polit-Uhl oder seine väterliche Freunde uns das Netz abschalten können.“

Netzpolitik.org
Auch der Webblog Netzpolitik startet mit einer Aktionsseite. Auf der Website werden auch ausführlich die Hintergründe erläutert.

Piratenpartei
Eigentlich ist es ja ein Leib- und Magenthema der Piratenpartei, sich mit Internetzensur auseinanderzusetzen. Auf der eigenen Startseite bekommt die Partei aber den Protest nicht zeitgenau hin, obwohl angekündigt. Andere Ableger – etwa die Australier – sind da erfolgreicher. Aber wenigstens klappt es dann auf einer weiteren Unterseite - und mittlerweile dann auch auf der Startseite...
Wie das Netz gegen die geplanten Sperren protestiert
Greenpeace
Der Protest betrifft nicht nur Internetunternehmen. Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace färbt zumindest einen Teil ihrer Website schwarz. Auf Greenpeace.org titelt die Organisation im begleitenden Artikel „Entschuldigung, Sie dürfen diesen Artikel nicht lesen“ – und erklärt dann, warum sie gegen Internetzensur ist.
Der Verband er deutschen Internetwirtschaft eco fürchtet um das Wachstum: Das internationale Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) bedrohe nämlich nicht nur die Grundrechte der Menschen, es gefährde auch "den verlässlichen nationalen und internationalen Rechtsrahmen der Internetwirtschaft." Dadurch sei die Wirtschaft in Gefahr. Denn ACTA, so heißt es seitens des Verbandes, beschneide die digitale Entwicklung, die gerade in Krisenzeiten eine Stütze sei.
Bei der Umsetzung von ACTA könnten die unterzeichnenden Länder unterschiedliche Regelungen finden und so die Internetunternehmen vor rechtliche Probleme stellen. „Insgesamt haben wir daher große Sorge, dass ACTA den Wachstumsmotor Internet erheblich gefährdet“, sagt Oliver Süme, Vorstand für Politik, Recht und Regulierung bei eco. Außerdem verletzte das Abkommen das Vertrauen zwischen Kunden und Internet-Providern. Süme spricht bei letzteren von Hilfssheriffs der Rechteinhaber.„ACTA forciert den Druck auf die Provider, am Rechtsrahmen vorbei die wirtschaftlichen Interessen der Copyright-Industrie zu bedienen", sagt er. Das verletze den Kern der eigentlichen Providerleistungen.
Keine Einschränkung der Informationsfreiheit
Europaweit finden am Samstag, den 11. Februar, Veranstaltungen unter dem Motto "Stoppt ACTA" statt, auch in 50 deutschen Städten wird protestiert. Neben dem Internet-Verband eco sind auch deutsche Politiker besorgt wegen des Abkommens. So organisieren beispielsweise die Grünen zusammen mit der Piratenpartei bundesweit Proteste gegen das umstrittene Handelsabkommen. "Am Samstag geht es darum, ein deutliches Zeichen gegen das ACTA-Abkommen zu setzen", erklärt der Vorsitzende der NRW-Grünen, Sven Lehmann. "Wir wollen kein Abkommen, das das Ergebnis reiner Hinterzimmerpolitik ist, ausgehandelt von wenigen Regierungen und Wirtschaftslobbyisten." Bei den Protesten in Deutschland haben sich auch Politiker aus den jeweiligen Bundesländern angekündigt.
Der allgemeine Tenor der Politik ist, dass man einen neuen Weg finden müsse, um Urheberrechte im Internet zu wahren, anstatt Verbote und Zensur anzuwenden. "ACTA ist das Ergebnis einer veralteten und erfolglosen Politik und behindert eine Debatte zur Zukunft des internationalen Urheberrechts", hieß es seitens der Grünen in Nordrhein-Westfalen. Matthi Bolte, netzpolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, beispielsweise wünscht sich eine offene Debatte mit dem Ziel "Vergütung statt Verfolgung." Und auch Michael Kretschmer, Vorsitzender des Arbeitskreises Netzpolitik der CDU, spricht sich für international gültige Abkommen für den Urheberschutz im Netz aus. Nur eben nicht so, wie es mit ACTA geschehen soll. "Es schafft kein Vertrauen, wenn solche Verträge wie ein Geheimabkommen zustande kommen", sagt Kretschmer.














