Neuer Negativrekord: Arbeitslosigkeit in der EU bei zwölf Prozent

Neuer Negativrekord: Arbeitslosigkeit in der EU bei zwölf Prozent

Die Arbeitslosigkeit in den 17 Euro-Ländern hat einen neuen Rekordstand erreicht. Im Februar waren 19,07 Millionen Menschen in der Eurozone ohne Job, so viele wie nie zuvor seit der Euro-Einführung.

Die Rezession in der Euro-Zone hält die Arbeitslosigkeit auf Rekordhoch. Von Januar auf Februar verloren weitere 33.000 Menschen ihren Job, wie das europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag mitteilte. In den 17 Euro-Ländern sind damit 19 Millionen Männer und Frauen arbeitslos - knapp 1,8 Millionen mehr als im Februar 2012. Die um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Arbeitslosenquote verharrte bei 12,0 Prozent.

Dabei ist die Kluft im Währungsraum sehr groß: Österreich weist mit 4,8 Prozent die niedrigste Arbeitslosigkeit aus, Griechenland mit 26,4 Prozent die höchste. Die Jugendarbeitslosigkeit kletterte binnen Jahresfrist insgesamt auf 23,9 von 22,3 Prozent, im Vergleich zum Januar fiel sie aber leicht um 0,1 Punkte.

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Rasche Besserung ist nicht in Sicht. Nach einer Umfrage des Markit-Instituts unter rund 3000 Industrie-Betrieben in der Euro-Zone wurden im März bereits den 14. Monat in Folge Stellen gestrichen. Besonders stark war der Abbau in Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Irland und Griechenland. In Deutschland und Österreich hingegen wurden unter dem Strich wieder Stellen geschaffen.

Die 10 Gebote für die Euro-Zone

  • 1. Du sollst nicht über deine Verhältnisse leben

    Kein Staat darf sein Defizit über drei Prozent der Wirtschaftsleistung steigen lassen. Tut er es doch, wird automatisch eine Geldstrafe gegen ihn verhängt.

  • 2. Du sollst gerechte Strafen nicht verhindern

    Der EU-Finanzministerrat darf Strafverfahren gegen Haushaltssünder nur noch in absoluten Ausnahmefällen stoppen - und dann nur mit Zweidrittelmehrheit. Das wird im neuen EU-Vertrag von Lissabon festgeschrieben.

  • 3. Du sollst Rücksicht auf nachfolgende Generationen nehmen

    Jeder Euro-Staat muss eine Schuldenbremse in seiner Verfassung verankern. Der europäische Pump-Kapitalismus gehört der Vergangenheit an.

  • 4. Du sollst Ehrfurcht vor dem Europäischen Gerichtshof haben

    Euro-Länder, die die Schuldenbremse nicht vorschriftsgemäß in ihrer Verfassung verankert haben, können vor dem europäischen Gerichtshof verklagt werden. Damit bekommt Europa in Finanzfragen Vorrang vor den Nationalstaaten.

  • 5. Du sollst Investoren nicht verunsichern

    Der griechische Schuldenschnitt bleibt ein einmaliger Sündenfall, der sich nicht wiederholen darf. Rechtsicherheit für Investoren wird im Gründungsvertrag des permanenten Euro-Rettungsschirms ESM festgeschrieben.

  • 6. Du sollst für Wirtschaftswachstum sorgen

    Die Euro-Zone bekommt eine echte Wirtschaftsregierung: Die Regierungschefs der Mitgliedstaaten treffen sich jeden Monat zu einem Gipfel, um ihre Wirtschaftspolitik zu koordinieren und das Wachstum gemeinsam anzukurbeln.

  • 7. Du sollst die Unabhängigkeit der EZB achten

    Die Europäische Zentralbank ist und bleibt unabhängig. Sie entscheidet selbst, ob und wie viele Staatsanleihen sie ankauft. Die Regierungen der Euro-Zone äußern sich dazu nicht.

  • 8. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Geld

    Euro-Bonds sind nicht geeignet, die Schuldenkrise zu lösen. Sie werden vorläufig nicht eingeführt. Jeder Euro-Staat haftet weiter individuell für seine Schulden.

  • 9. Du sollst auf die großen Volkswirtschaften hören

    Deutschland und Frankreich übernehmen als größte Volkswirtschaften de facto die politische Führung in der Euro-Zone. Das steht so nirgends, wird aber von fast allen akzeptiert.

  • 10. Du sollst das Kerneuropa als neue Wirklichkeit anerkennen

    Die Euro-Zone marschiert voran in Richtung Fiskalunion und lässt dabei notfalls die zehn Nicht-Euro-Länder hinter sich. Wenn EU-Vertragsänderungen nicht mit allen 27 Staaten machbar sind, werden sie eben von den 17 Euro-Ländern allein beschlossen.

Die EU-Kommission rechnet für dieses Jahr mit einem Anstieg der durchschnittlichen Arbeitslosenquote auf 12,2 Prozent. Erst 2014 soll sie wieder sinken, wenn auch nur minimal auf 12,1 Prozent.

Grund dafür ist die schwere Wirtschaftskrise in der Währungsunion. Das Bruttoinlandsprodukt wird nach Prognose der EU-Kommission in diesem Jahr mit einem Rückgang von 0,3 Prozent zum zweiten Mal in Folge sinken. Besonders düster sieht es in Griechenland, Spanien und Italien aus.

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Im krisengeplagten Euroland Spanien ist die Zahl der Arbeitslosen allerdings erstmals seit fünf Jahren leicht gesunken. Mit 5,04 Millionen waren im März rund 5000 Menschen weniger als im Vormonat ohne Job, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Das ist der erste monatliche Rückgang seit fünf Jahren. Trotzdem bleibt die Arbeitslosigkeit, die rund jeden vierten Spanier betrifft, hoch. Auch im rezessionsgeplagten Italien ist die Arbeitslosigkeit erstmals seit Mitte 2012 wieder etwas gesunken. Die - um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte - Arbeitslosenquote fiel von Januar auf Februar auf 11,6 von 11,7 Prozent, wie das nationale Statistikamt Istat mitteilte. Noch zum Jahresauftakt hatte es den höchsten Wert seit 21 Jahren gegeben.

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