Nicolas Sarkozy: Staatsanwaltschaft will französischen Ex-Präsidenten vor Gericht bringen

Nicolas Sarkozy: Staatsanwaltschaft will französischen Ex-Präsidenten vor Gericht bringen

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Der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy könnte vor Gericht landen.

Schlechter Zeitpunkt für Ex-Präsident Nicolas Sarkozy. Gerade erst kündigte er seine Bewerbung um die Rückkehr in den Élysée-Palast an, da holt ihn eine Affäre um Wahlkampfkosten ein.

Die Pariser Staatsanwaltschaft will Frankreichs Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy wegen illegaler Wahlkampffinanzierung vor Gericht bringen. Das Verfahren könnte den 61-Jährigen bei seiner Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der bürgerlichen Rechten belasten. Sein Anwalt Thierry Herzog warf den Ermittlern ein „grobes politisches Manöver“ vor.

Dem ehemaligen Staatschef wird zur Last gelegt, bei seiner erfolglosen Wiederwahl-Kampagne 2012 die gesetzliche Obergrenze für Wahlkampfausgaben überschritten zu haben. Die Staatsanwaltschaft beantragte einen Prozess gegen Sarkozy und 13 weitere Verdächtige, wie es aus dem Umfeld der Ermittlungen hieß. Die Entscheidung darüber liegt nun in der Hand der Ermittlungsrichter.

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Hintergrund ist die sogenannte Bygmalion-Affäre um eine Kommunikationsagentur dieses Namens, die vor zweieinhalb Jahren aufgeflogen war. Sarkozys Partei UMP, inzwischen in Republikaner umbenannt, soll Ausgaben für den Wahlkampf nicht als solche abgerechnet haben – mithilfe fiktiver Rechnungen. Ziel soll es gewesen sein, bei den Wahlkampfkosten unter der Obergrenze von 22,5 Millionen Euro zu bleiben, um von der möglichen 50-prozentigen Rückerstattung durch den französischen Staat profitieren zu können.

Nicolas Sarkozy Sarkozy bewirbt sich um Präsidentschaftskandidatur

Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy will wieder für das höchste Amt des Landes kandidieren. Das kündigte der 61-Jährige am Montag an.

Nicolas Sarkozy: Mit harten Bandagen zurück in den Élysée Quelle: dpa

Wegen der Affäre war 2014 auch die komplette Parteiführung der Konservativen um den damaligen Vorsitzenden Jean-François Copé zurückgetreten. Sarkozy hatte stets beteuert, Bygmalion und das System falscher Rechnungen nicht gekannt zu haben.

Die Staatsanwaltschaft leitete Anfang dieses Jahres ein Anklageverfahren gegen ihn ein, in dem es allein um das Überschreiten der Obergrenze ging. Für Vorwürfe des Betrugs oder Untreue fanden die Ermittler keine ausreichenden Hinweise.

Sarkozy war von 2007 bis 2012 Staatschef. Er musste das Amt dann an seinen sozialistischen Herausforderer François Hollande abtreten. Sarkozy feilt seit Langem an einem Comeback. Er kündigte vor zwei Wochen an, im Frühjahr 2017 erneut für den Élysée-Palast kandidieren zu wollen. Er stellt sich dazu der Vorwahl der Konservativen im November, für die sich insgesamt rund ein Dutzend Politiker beworben haben.

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