Norman Atlantic: Zahl der Toten könnte deutlich größer sein

Norman Atlantic: Zahl der Toten könnte deutlich größer sein

Bild vergrößern

Unglücksfähre soll nach Italien geschleppt werden.

Auf der Unglücksfähre „Norman Atlantic“ sollen sich illegale Einwanderer versteckt haben. Das könnte bedeuten, dass es beim Brand des Schiffes weit mehr Tote gegeben hat als bislang angenommen.

Italienische Ermittler befürchten eine höhere Zahl von Todesopfern an Bord der ausgebrannten Adria-Fähre „Norman Atlantic“. Bei der systematischen Durchsuchung des Schiffs würden womöglich weitere Leichen entdeckt, sagte Staatsanwalt Giuseppe Volpe. Er ordnete an, die Fähre ins italienische Brindisi zu schleppen. Bisher wurden zehn der mehr als 400 Menschen an Bord tot geborgen. Bei der Bergung verunglückten zudem zwei albanische Seeleute tödlich.

Volpe sagte, es gebe Beweise, dass Flüchtlinge als blinde Passagiere an Bord der „Norman Atlantic“ gereist seien. Unter den 49 Geretteten, die am Montag in Bari ankamen, seien zwei Afghanen und ein Syrer gewesen, von denen einer bereits politisches Asyl beantragt habe.

Anzeige

Die „Norman Atlantic“ war mit mehr als 400 Menschen an Bord am frühen Sonntagmorgen auf dem Weg vom griechischen Hafen Patras in die italienische Stadt Ancona in Brand geraten. Während der Sturm das qualmende Schiff in Richtung der albanischen Hafenstadt Vlore trieb, wurden bei einer dramatischen, 36 Stunden dauernden Rettungsaktion die meisten der Passagiere und Besatzungsmitglieder mit Hubschraubern von Bord geholt.

Zunächst war nicht klar, wie viele Menschen ursprünglich an Bord waren. Gerettet wurden 427 Menschen, darunter die 56 Besatzungsmitglieder, wie die niederländische Bergungsfirma Smit Salvage mitteilte. Die ursprüngliche Aufstellung hatte allerdings 422 Passagiere und 56 Mannschaftsmitglieder aufgelistet.

Norman Atlantic Mehr als 250 Menschen warten noch auf Rettung

Rund um die Uhr sind die Retter im Einsatz. Dichter Rauch und Dunkelheit erschweren jedoch ihre Arbeit. Der Albtraum der an Bord der „Norman Atlantic“ festsitzenden Menschen nimmt nur langsam ein Ende.

„Eine der schwierigsten Rettungsaktionen“ - Angst auf Adria-Fähre. Quelle: REUTERS

Für einige der Geretteten war die Odyssee am Dienstag noch nicht zu Ende. Ein Schiff, das 39 Überlebende an Bord genommen hatte, durfte wegen schlechten Wetters nicht wie geplant im italienischen Manfredonia anlegen, sondern musste zwölf Stunden weiter nach Tarent fahren. Ein Schiff der italienischen Marine mit 180 Geretteten blieb im Unglücksgebiet in Bereitschaft anstatt umzukehren. Sowohl griechische als auch italienische Behörden haben Strafermittlungen eingeleitet.

Bislang zwölf Tote bestätigt

Die „Norman Atlantic“ treibt bereits den dritten Tag manövrierunfähig in der Adria. Am Dienstagmorgen versuchte ein albanischer Schlepper, die Fähre in Schlepptau zu nehmen. Dabei riss das Tau jedoch und erschlug zwei Seeleute, wie der Polizeisprecher der Hafenstadt Vlore mitteilte. Damit ist die Zahl der Toten bei dem Fährunglück auf zwölf gestiegen.

Ein Sprecher der Bergungsfirma Smit sagte, Löschmannschaften durchsuchten die „Norman Atlantic“, um verbliebene Brandnester zu löschen. Aus dem Wrack steige immer noch Rauch auf. Am frühen Morgen sei ein Tau an der Fähre angebracht worden. Ob die beiden Albaner bei dieser Aktion zu Tode kamen, war zunächst nicht klar. Der Sprecher sagte, Smit warte auf leistungsstärkere Schlepper, die das 186 Meter lange Schiff in einen Hafen bringen könnten.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%