ThemaUmweltschutz

alles zum Thema
_

exklusiv Ökoauflagen: Streit um CO2-Grenzwerte für Autos spitzt sich zu

von Silke Wettach und Franz W. Rother

Die EU-Kommissarin musste die Präsentation ihres Klimakonzepts absagen. Der Streit um die Ökoauflagen für die Autohersteller spitzt sich zu.

Solarzellen gehören in der Stadt von Morgen zu den wichtigsten Technologien bei der Energiegewinnung. Die Integration in die Gebäudehüllen spart Material und verbilligt den Sonnenstrom.

Illustration: Javier Martinez Zarracina

Anzeige

Eigentlich wollte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard an diesem Dienstag ihr Konzept zu den Klimaschutzauflagen für die Autoindustrie vorlegen. Doch die Dänin hat den Termin verschoben – auf unbestimmte Zeit. Denn der Streit um die Grenzwerte verschärft sich. Während die deutschen Pkw-Hersteller die Vorgabe aufweichen wollen, fordern 17 Europa-Abgeordnete um den CDU-Politiker Karl-Heinz Florenz aus fünf Fraktionen und acht Ländern Hedegaard ausdrücklich auf, hart zu bleiben – und schon jetzt auch die Schadstoffgrenzen für das Jahr 2025 festzulegen.

Weniger Treibhausgas

  • Fiat

    CO2-Emissionen im Jahr 2010 in g/km: 126
    Veränderung zu 2009: - 3,5 %

  • Toyota

    CO2-Emissionen im Jahr 2010 in g/km: 130
    Veränderung zu 2009: - 1,3 %

  • PSA

    CO2-Emissionen im Jahr 2010 in g/km: 131
    Veränderung zu 2009: - 2,9 %

  • Renault

    CO2-Emissionen im Jahr 2010 in g/km: 136
    Veränderung zu 2009: - 2,1 %

  • Ford

    CO2-Emissionen im Jahr 2010 in g/km: 137
    Veränderung zu 2009: - 4,9 %

  • Suzuki

    CO2-Emissionen im Jahr 2010 in g/km: 137
    Veränderung zu 2009: - 2,6 %

  • Hyundai

    CO2-Emissionen im Jahr 2010 in g/km: 138
    Veränderung zu 2009: - 1,7 %

  • GM

    CO2-Emissionen im Jahr 2010 in g/km: 139
    Veränderung zu 2009: - 6,0 %

  • Volkswagen

    CO2-Emissionen im Jahr 2010 in g/km: 143
    Veränderung zu 2009: - 6,2 %

  • Honda

    CO2-Emissionen im Jahr 2010 in g/km: 147
    Veränderung zu 2009: + 0,6 %

  • Nissan

    CO2-Emissionen im Jahr 2010 in g/km: 147
    Veränderung zu 2009: - 4,1 %

  • BMW

    CO2-Emissionen im Jahr 2010 in g/km: 148
    Veränderung zu 2009: - 2,2 %

  • Mazda

    CO2-Emissionen im Jahr 2010 in g/km: 149
    Veränderung zu 2009: + 0,3 %

  • Volvo

    CO2-Emissionen im Jahr 2010 in g/km: 157
    Veränderung zu 2009: - 9,3 %

  • Daimler

    CO2-Emissionen im Jahr 2010 in g/km: 161
    Veränderung zu 2009: - 3,0 %

Sogar unter den EU-Kommissaren sind die neuen Grenzwerte umstritten. Industrie-Kommissar Antonio Tajani und Energie-Kommissar Günther Oettinger kritisieren, wie Hedegaard die Einsparungsziele unter den Pkw-Herstellern aufteilt. Vorgesehen ist bisher, dass bis spätestens 2020 die durchschnittliche CO2-Emission der Pkws auf 95 Gramm pro Kilometer sinkt – das entspräche einem Durchschnittsverbrauch von 3,7 Liter Benzin. Für jedes Gramm mehr soll der Autohersteller eine Strafe zahlen. Die deutsche Autoindustrie sieht sich als Anbieter von vergleichsweise schweren Luxusautos zu stark belastet und fordert, dass die Hersteller kleinerer Autos einen größeren Beitrag leisten als von Hedegaard vorgesehen.

Das Thema spaltet die Branche. Auch der europäische Automobilverband Acea – geführt von Fiat-Chef Sergio Marchionne – fand noch keine einheitliche Position. Die Zulieferer wünschen sich eine harte Haltung der Kommission, weil die Automobilhersteller dadurch gezwungen wären, verbrauchssenkende Techniken zu kaufen. Alexander Ziems, Chef von Valeo Deutschland, hofft, 2020 mit Produkten zur CO2-Minderung rund fünf Milliarden Euro Umsatz zu erzielen.

weitere Links zum Artikel

Unabhängige Forschungsinstitute gehen davon aus, dass die CO2-Ziele der EU erreichbar sind. „Mit Techniken, die bereits existieren, wird dies sogar zu vergleichsweise niedrigen Kosten zu machen sein“, sagt der Ex-Daimler-Forscher Peter Mock, der jetzt für das Institut Council on Clean Transportation arbeitet. Zulieferer Bosch hält es sogar für möglich, die durchschnittlichen CO2-Emissionen der Pkw-Flotten bis 2025 auf 75 Gramm zu senken. Allerdings müssten die Fahrzeughersteller ihren Einkaufszyklus verändern.

Europaabgeordneter Florenz sagt, die Industrie habe in der Vergangenheit Ziele systematisch als unerreichbar dargestellt, sie dann aber erreicht. So habe der Daimler-Konzern den CO2-Ausstoß seiner Pkw-Flotte seit 1995 um fast 35 Prozent gedrückt und für 2016 einen Zielwert von 125 Gramm aus- gegeben. Die Hersteller warnen aber, jede weitere Verringerung des CO2-Ausstoßes komme teurer.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 02.07.2012, 06:32 UhrJoselyn

    Das Ganze hat mit Umweltschutz überhaupt nichts zu tun. Die EU will mit immer neuen Abgaben, die sie sich ausdenkt, nur den Leuten weiteres Geld aus der Tasche ziehen für das ganze Euro-Rettungs-Desaster !

    Sollte das so kommen, wie oben besprochen, werden wieder einige Firmen zu machen müssen und wieder mehr Menschen arbeitslos werden. Aber das interessiert die Regierung ja nicht.

  • 02.07.2012, 03:52 UhrBRDigung

    Eigentlich kann man diesen Öko-Wahnsinn nicht mehr ertragen.
    Was machen diese Ökophantasten eigentlich, wenn wieder mal ein Vulkan spuckt? Wollen Sie den zur Klimaabgabe zwingen?

    Der Ökowahnsinn soll wahrscheinlich die total marode Wirtschaft ankurbeln. Doch mit immer neuen Abgaben und Vorschriften macht sich die EU nicht nur weiterhin immer unbeliebter, sie verhindert mit ihrer überbordenden Bürokratie auch die Unternehmen.

    Man hat doch gar keine Lust mehr, in D noch eine Firma aufzubauen.

  • 01.07.2012, 18:06 Uhrexil

    Hat die EU keine anderen Probleme?? EU-Klimakommissarin.musste wohl noch ein Qutotenposten her?? Es gibt 750 mio. Nasen in Europa das sind ca 12% der Weltnasen.
    Letztes Jahr war der CO2 Ausstoss in Europa rückgängig, trotzdem ist der Gesamtausstoss der Welt gestiegen. Europa wird das Weltklima nicht retten. Bringt erstmal Europa wirtschaftlich und finanziell wieder ins Lot und Hört auf uns zu verarschen und uns das Leben madig zu machen.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Chinesen-Plage in Hongkong
Chinesen-Plage in Hongkong

Quer durch die Kulturen ist der Sonntag ein Tag der Ruhe, des Innenhaltens – im britisch geprägten Hongkong nicht anders...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.