Ökonom Eichengreen warnt: Grexit wäre schlimmer als Lehman-Pleite

exklusivÖkonom Eichengreen warnt: Grexit wäre schlimmer als Lehman-Pleite

von Silke Wettach

Der amerikanische Ökonom Barry Eichengreen befürchtet das der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone verheerende Folgen hätte.

Der Ausstieg Griechenlands aus dem Euro hätte nach Ansicht des US-Ökonomen Barry Eichengreen verheerendere wirtschaftliche Folgen als die Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers. „Kurzfristig wäre es Lehman im Quadrat“, warnt der renommierte Ökonom in der WirtschaftsWoche.

Griechenlands Schwächen

  • Schlechtes Image

    Griechenlands Ruf hat in der Euro-Krise arg gelitten. Nur zwei der 60 getesteten Staaten haben ein schlechteres Image als der Pleitestaat. Die Folge: Investoren meiden das Land, die Kreditwürdigkeit ist mies.

  • Unfähige Regierung

    Nur 5,7 Prozent der gefragten Experten bescheinigten Griechenland, eine kompetente Regierung zu haben. In der Tat hat es Athen nicht geschafft, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen (Rang 60), für Wachstum zu sorgen (Rang 60) und die öffentlichen Finanzen auf Vordermann zu bringen.

  • Wenig Förderung

    Auch bei der Bildung und Weiterbildung der Bürger hat Griechenland großen Nachholbedarf. Fortbildung von Angestellten gibt es quasi nicht (Platz 58), auch die Qualität der Universitäten ist schlecht (Rang 51). Demzufolge gibt es auch wenige Forscher und Wissenschaftler (Rang 49). Besser schneidet der Krisenstaat bei der Frühförderung ab: Es gibt eine Vielzahl von Lehrern, die Klassen sind sehr klein (Rang 2).

Die Pleite der Bank hatte 2008 die Finanzkrise auf die Spitze getrieben. Eichengreens Prognose: „Die Euro-Zone zusammenzuhalten wird zwar teuer und schmerzhaft für die Politik, es würde aber noch teurer und schwieriger, sie auseinanderbrechen zu lassen.“

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