Öl-Verstaatlichung: Spanien beruft Botschafter aus Argentinien ab

Öl-Verstaatlichung: Spanien beruft Botschafter aus Argentinien ab

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Kirchners Wunsch, die Repsol-Tochter YPF zu verstaatlichen, schlägt hohe Wellen.

Streit um Öl: Die argentinische Präsidentin will die Repsol-Tochter YPF verstaatlichen. Spanien reagiert empört und beordert seinen Botschafter aus Argentinien zurück.

Spanien hat wegen der geplanten Verstaatlichung einer Tochter des heimischen Ölkonzerns Repsol seinen Botschafter aus Argentinien zurückgerufen. Die von der Regierung in Buenos Aires beschlossene Mehrheitsübername des argentinischen Repsol-Ablegers YPF mache nun Beratungen erforderlich, sagte am Dienstag ein Sprecher des Außenministeriums in Madrid. Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner hatte am Montag angekündigt, sie werde den Kongress um Zustimmung bitten, dass der Staat künftig 51 Prozent an YPF halten soll. Sie begründete den Schritt mit der Bedeutung der Energieversorgung. Mit dem Gesetz solle Argentinien die nationale Hoheit über die Öl- und Gasvorkommen des Landes zurückgewinnen, sagte Fernández. Die enteigneten Unternehmensanteile würden zwischen der Zentralregierung in Buenos Aires und den Provinzregierungen aufgeteilt, sagte die Präsidentin. Argentinien habe im vergangenen Jahr als Netto-Importeur von Gas und Öl-Produkten ein Defizit von drei Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) ausgewiesen. Die Erschließung und Ausbeutung der Energielagerstätten sei im nationalen Interesse, sagte Fernández.

Warnungen aus Spanien

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Spanische Politiker warnten vor der Verstaatlichung. Argentinien riskiere damit, ein „internationaler Außenseiter“ zu werden. YPF verfügt über rund 42 Prozent der gesamten bekannten Ölreserven des Repsol-Konzerns. Die Spanier halten 57 Prozent an dem argentinischen Unternehmen. Repsol erklärte in einer Stellungnahme, der Konzern wolle die Interessen der Aktionäre schützen. Die Maßnahme sei illegal und diskriminierend. Der spanische Außenminister Jose Manuel Garcia-Margallo bestellte in der vergangenen Woche bereits den argentinischen Botschafter ein, um ihm seine Bedenken gegenüber einer Verstaatlichung von YPF darzulegen. Dabei drohte er auch, Spanien werde mit „mächtigen Maßnahmen“ antworten. Die Regierung in Madrid werde die nationalen Interessen verteidigen. Außenminister José Manuel García Margallo nannte Kirchners Entscheidung eigenmächtig. Sie habe die traditionelle Atmosphäre der Freundschaft zwischen beiden Ländern gebrochen. Der Minister kündigte harte Gegenmaßnahmen an, deren Inhalt er vorerst nicht präzisieren wollte.

Spanien sucht nun Beistand in Lateinamerika. Ministerpräsident Mariano Rajoy will noch diesen Dienstag nach Mexiko und Kolumbien aufbrechen. Der mexikanische Präsident, Felipe Calderón, hatte Kirchner bereits am Montag aufgerufen, ihre „wenig verantwortungsvolle“ Entscheidung zur Enteignung der Repsol-Tochter rückgängig zu machen.

Schuldenkrise "Für Spanien sieht's düster aus"

Der spanische Ökonom Rallo sieht für sein Land schwarz. Die Regierung sei nicht zu Reformen bereit, die Wirtschaft in vielen Teilen unproduktiv.

Quelle: dpa

Aktienkurs von Repsol YPF auf Talfahrt

Nach der Gesetzesinitiative in Buenos Aires gab der Aktienkurs von Repsol YPF am Dienstag an der Madrider Börse deutlich nach. Der Wert sank nach Handelsbeginn um 6,2 Prozent auf 16,34 Euro pro Papier. Repsols Präsident Antonio Brufau warf Argentinien vor, eine Kampagne gegen den Aktienkurs des Unternehmens zu fahren, um bei einer Enteignung geringere Entschädigungsleistungen zahlen zu müssen. Er kündigte rechtliche Schritte gegen die geplante Verstaatlichung an. Derzeit ist YPF 18,3 Milliarden Dollar (13,8 Milliarden Euro) wert. Repsols Aktienpaket habe einen Umfang von 10,5 Milliarden Dollar (7,9 Milliarden Euro), sagte Brufau.


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