Österreich-Wahl: Briefwahlstimmen entscheiden

Österreich-Wahl: Briefwahlstimmen entscheiden

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Die Österreicher müssen noch einmal wählen.

Bei der Bundespräsidenten-Wahl in Österreich liegt mal Rechtspopulist Hofer, mal der Ex-Grünen-Chef Van der Bellen in Führung. Hunderttausende Briefwahl-Stimmen müssen noch ausgezählt werden. Vom Wahlausgang hängt auch ab, ob Österreich liberale Flüchtlingspolitik oder geschlossene Grenzen haben möchte.

Bei der knappsten Bundespräsidentenwahl in der Geschichte Österreichs wird am Montag eine Entscheidung erwartet. Der Ausgang war am Sonntagabend zunächst offen geblieben. Nun sollen die noch auszuzählenden Briefwahlstimmzettel entscheiden. Der Sieger der Stichwahl - entweder der Rechtspopulist Norbert Hofer oder der von den Grünen unterstütze Unabhängige Alexander Van der Bellen - tritt Anfang Juli die Nachfolge des sozialdemokratischen Präsidenten Heinz Fischer an.

Nach Auszählung der rund 4,48 Millionen direkt abgegebenen Stimmen lag Hofer als Kandidat der rechtspopulistischen FPÖ am Sonntag mit 51,9 Prozent vor Van der Bellen, der auf 48,1 Prozent kam. Doch Prognosen, die die noch auszuzählenden Briefwahlstimmen berücksichtigten, sahen beide Präsidentschaftsbewerber bei jeweils 50 Prozent und Van der Bellen mit wenigen tausend Stimmen knapp in Führung. Die knapp 700 000 Briefwahlstimmen sollten am Montag ausgezählt werden. Mit einem Ergebnis wird am frühen Abend gerechnet.

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Kurz nach Schließung der Wahllokale hatte das SORA-Institut Hofer einen Stimmenanteil von 50,2 Prozent vorausgesagt, seinem Gegenkandidaten Van der Bellen 49,8 Prozent. Knapp eine Stunde später lag Van der Bellen mit 50,1 Prozent in Führung. Wenig später hatten beide Bewerber 50 Prozent.

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Die Präsidentschaftsbewerber der beiden Regierungsparteien SPÖ und ÖVP waren in der ersten Wahlrunde vor vier Wochen ausgeschieden. Bislang hatten diese Parteien die österreichischen Bundespräsidenten gestellt. Ihr Scheitern zeigt die Enttäuschung vieler Wähler mit dem politischen Alltagsgeschehen, aber auch ihren Ärger über den Umgang Österreichs mit der Flüchtlingskrise. Im Zuge des schlechten Ergebnisses der SPÖ war Bundeskanzler Werner Faymann zurückgetreten.

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FPÖ-Kandidat Norbert Hofer. Quelle: dpa

Anders als die Regierungsparteien haben Hofer und Van der Bellen im Wahlkampf ihre gegensätzlichen Auffassungen klar herausgestrichen. Bei der Stimmenabgabe sagte der 72-jährige Van der Bellen, er halte sich für einen Proeuropäer, aber bei Hofer könne man sich nicht sicher sein. Hofer profilierte sich dagegen mit antimuslimischen Äußerungen. Österreich sei keine Heimat für Menschen, die für die Terrormiliz Islamischer Staat in den Krieg zögen oder Frauen vergewaltigten, sagte er bei seiner letzten Wahlkundgebung.

Sollte der 45-jährige Hofer die Wahl gewinnen, würde erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg ein Rechtspopulist österreichischer Bundespräsident. Das wäre ein bislang einmaliger Erfolg für eine euroskeptische Partei in der EU. Hofer hat damit gedroht, die Regierung zu entlassen, wenn sie nicht besser arbeite. Van der Bellen kündigte an, keinen Bundeskanzler der FPÖ zu vereidigen.


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