Offener Brief: "Streit ist vorprogrammiert"

Offener Brief: Ökonomen rebellieren gegen Merkels Euro-Politik

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Ifo-Chef Hans-Werner Sinn hält die Beschlüsse des EU-Gipfels für falsch und appelliert an die Bürger: "Bitte tragen Sie diese Sorgen den Abgeordneten Ihres Wahlkreises vor; unsere Volksvertreter sollen wissen, welche Gefahren unserer Wirtschaft drohen." Quelle: REUTERS
Ifo-Chef Hans-Werner Sinn hält die Beschlüsse des EU-Gipfels für falsch und appelliert an die Bürger: "Bitte tragen Sie diese Sorgen den Abgeordneten Ihres Wahlkreises vor; unsere Volksvertreter sollen wissen, welche Gefahren unserer Wirtschaft drohen." Quelle: REUTERS

"Streit ist vorprogrammiert"

Die Ökonomen, die den Protestbrief unterzeichneten, glauben aber nicht, dass die Kontrolle erfolgversprechend ist. "Die Politiker mögen hoffen, die Haftungssummen begrenzen und den Missbrauch durch eine gemeinsame Bankenaufsicht verhindern zu können", schreiben die Initiatoren des Briefs, Hans-Werner Sinn und der Dortmunder Statistiker Walter Krämer. "Das wird ihnen aber kaum gelingen, solange die Schuldnerländer über die strukturelle Mehrheit im Euroraum verfügen. Wenn die soliden Länder der Vergemeinschaftung der Haftung für die Bankschulden grundsätzlich zustimmen, werden sie immer wieder Pressionen ausgesetzt sein, die Haftungssummen zu vergrößern oder die Voraussetzungen für den Haftungsfall aufzuweichen. Streit und Zwietracht mit den Nachbarn sind vorprogrammiert."

Appell an die Bürger

Die Unterzeichner des Briefs, darunter auch der Freiburger Ökonom Bernd Raffelhüschen und Klaus Zimmermann, der frühere Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) appellieren am Ende des Briefes an die Bürger, den Protest zu den Politikern zu tragen. "Bitte tragen Sie diese Sorgen den Abgeordneten Ihres Wahlkreises vor; unsere Volksvertreter sollen wissen, welche Gefahren unserer Wirtschaft drohen."

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Die Chancen stehen gut, dass der Protestbrief auf fruchtbarem Boden trifft. Denn die Deutschen sind einer Umfrage zufolge zwar weiter europafreundlich eingestellt, sie lehnen aber eine Abtretung zu vieler Souveränitätsrechte an die Europäische Union ab. 74 Prozent wollen nach einer Forsa-Umfrage für den "Stern" nicht, dass die EU langfristig zu einem Bundesstaat, also einer Art Vereinigte Staaten von Europa wird. Trotz Eurokrise glauben aber 54 Prozent, dass die EU den Deutschen bisher eher genutzt hat.

13 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 13.07.2012, 15:15 UhrLokiger

    • Das Desaster ist vollendet, wenn den Banken nicht sofort ein Stopp gesetzt wird

    Lesen Sie -lesen sie - lesen sie - lesen sie

    Der Ökonomiker fasst in diesen Tagen alle wichtigen Ereignisse der letzten Jahre zusammen.

    http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/03/standpunkt-191-update-enteignung.html

    http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/07/stanpunkt-291-derivate-desaster.htmltp://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/07/standpunkt-300-sinn-lich-okonomenstreit.html

    • http://www.heise.de/tp/artikel/37/37234/1.html

    • http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/07/standpunkt-301-nachrichten-ticker-1007.html

    • Lesen Sie standpunkt 301 hier ein Auszug
    • Kommentar: Nein, es ist eine Bankenkrise mit inkludierter Vertrauenskrise von Bank zu Bank. Die geschilderten Lösungsansätze sind grundsätzlich richtig, aber nur nützlich, wenn vorher die Bankenbilanzen vom Giftmüll befreit, Schattenbanken und Zweckgesellschaften konsolidiert und nicht mehr lebensfähige Banken abgewickelt werden, ohne jede Rücksicht auf Rang und Namen.
    http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/07/standpunkt-304-hintergrundwissen.html

  • 08.07.2012, 21:26 UhrCora

    Dem kann man nur zustimmen !!!!

  • 06.07.2012, 12:04 Uhrdoclu

    Sinn sei Dank, denn...
    ...hat Frau Merkel überhaupt verstanden welchem Super-Gau für unser Land sie in Brüssel zugestimmt hat? Ein einfaches "No" hätte gereicht um klare Kante zu zeigen. Warum ist das nicht erfolgt? Entweder ist Frau Merkel vor den neuen Abzock-Beschlüssen in Brüssel eingenickt oder sie nimmt den Ausverkauf Deutschlands billigend in Kauf. Die Pleite-Banken der Pleite-Länder haben jetzt de facto direkten Zugriff auf unsere Steuergelder. Von wegen Kontrolle, die hat schon in der Vergangenheit nicht funktioniert und dient auch jetzt nur als Feigenblatt. Wo war denn die Kontrolle bei der Aufnahme Griechenlands oder bei der Entwicklung des ganzen Euro-Desasters? Tritt das ein, was die Ökonomen befürchten, wird es Deutschland das Genick brechen. NIchts wird so bleiben wie es einmal. z.B. zu DM-Zeiten war.
    Wer kann sich noch an alle roten Linien erinnern, welche die Bundesregierung in der Euro-Krise auf keinen Fall überschreiten wollte? Das „Solidaritätsverbot" das die Gründer des Lissabonvertrags im Artikel 125 aus gutem Grund wohl überlegt eingebaut haben, wurde von der Abzock-Politik einfach ignoriert. Eine Einladung für die südeuropäischen Euro-Abzocker mit der Devise: keine Steuern zahlen und rausholen was geht, auf Kosten des blöden braven deutschen Steuerzahlers. Deutscher Michel wach endlich auf!
    Die Bürger Deutschlands werden ihrer Ersparnisse und damit ihrer Lebenszeit beraubt, da sie für das Geld, was sie für geleistete Arbeit bekommen haben, einen Teil ihrer Lebenszeit einsetzten. Noch Fragen?

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