Offshore-Leaks: Luxemburg will rechtlich korrekte Steueroase sein

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KommentarOffshore-Leaks: Luxemburg will rechtlich korrekte Steueroase sein

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Luxemburg-Stadt: Fonds und andere Finanzvehikel sollen sich hier auch weiterhin wohlfühlen

von Christian Ramthun

Mit seinem Einlenken beim automatischen Informationsaustausch will das Großherzogtum aus der Schusslinie und weiterhin in Ruhe als Fondsstandort gedeihen - und trennt sich von schwarzen Schafen.

Der Druck war einfach zu groß geworden, der Imageschaden ebenfalls. Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden hat mitgeteilt, dass sein Landes keine grundsätzlichen Bedenken mehr gegen die Teilnahme am automatischen Informationsaustausch von Bankdaten hat. Dabei geht es um die Weitergabe von Zins- oder Dividendendaten der einzelnen Konten an die jeweiligen Heimatländer der Kontoinhaber. Damit verweigert sich innerhalb der EU nur noch Österreich dem Datenaustausch.

Das Einlenken Luxemburgs ist auf den immensen Druck zurückzuführen infolge der Offshore-Leaks-Enthüllungen. Zuvor hatten speziell die Deutschen die Zypern-Krise zum Anlass genommen, besondere Anreize für den Finanzstandort – niedrige Steuern in Verbindung mit laxen Steuer- und Geldwäschekontrollen -  aufs Korn zu nehmen.

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Luxemburg bleibt Finanz-Eldorado

Luxemburg fährt nun offenbar eine doppelte Strategie. Um das einträgliche, aber durchaus legale Geschäft mit tausenden Versicherungen, Fonds und Banken zu stabilisieren, opfert das Großherzogtum den dubiosen Geschäftszweig mit Fluchtgeldern. Es ist eine Art Geschäftsbereinigung, wenn man so will. Das kleine Land möchte damit seinen Ruf nicht ruinieren. Und es ist auch nur noch eine Frage der Zeit, bis die Amerikaner die Informationsfreigabe erzwingen – so wie sie es gegenüber der Schweiz getan haben. Und dann muss Luxemburg auch den anderen europäischen Ländern die Informationen zur Verfügung stellen.

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Am wichtigeren Teil seines Geschäftsmodells ändert Luxemburg dagegen nichts. Mit ausgesprochen niedrigen Steuern auf Finanzprodukte und Steuerfreiheit auf Veräußerungsgewinne bleibt das kleine Land nach wie vor außerordentlich attraktiv für den Finanzsektor. Und zwar ganz legal. Das Land arbeitet an seinem Status einer rechtlich korrekten Steueroase. Ob dies für die Zukunft reicht, bleibt abzuwarten. Denn für die Finanzminister vieler Länder ist die Erosion ihrer Steuerbasis ein riesiges Problem, das Thema steht auf der Agenda der OECD. Aber da hat Luxemburg noch viel Zeit, um irgendwann wieder einmal einzulenken.

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