Ohio: Ein Toter und 15 Verletzte nach Schießerei in Nachtclub

Ohio: Ein Toter und 15 Verletzte nach Schießerei in Nachtclub

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Im Lokal Cameo in Cincinnati im US-Bundestaat Ohio endete eine Schießerei tödlich.

Trotz Kontrollen gelangen Schusswaffen in das Innere eines Clubs in Ohio, in der sich schon so manche Gewalttat ereignet hat. Für einen 27-Jährigen endet die Nacht tödlich. Einen Terrorakt schließen die Ermittler aus.

Bei einer Schießerei in einem gut besuchten Nachtclub im US-Bundesstaat Ohio ist ein 27 Jahre alter Besucher getötet worden. 15 weitere wurden teils lebensgefährlich verletzt, als im Lokal Cameo in Cincinnati am frühen Sonntagmorgen gegen 01.30 Uhr (Ortszeit) Schüsse fielen. Mehrere Männer seien in einen Streit geraten, und mehrere hätten geschossen, teilte Polizeichef Eliot Isaac auf einer Pressekonferenz mit. Zeitweise waren Ermittler von nur einem Schützen ausgegangen. Das Motiv war unbekannt, Festnahmen gab es zunächst nicht.

Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Tat einen terroristischen Hintergrund habe, teilte die Polizei weiter mit. In dem Club sei es allerdings schon zuvor zu Waffengewalt gekommen. Trotz Kontrollen seien die Waffen in das Innere des Clubs hineingeschmuggelt worden, hieß es.

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„Als die Schüsse fielen, gab es offensichtlich sehr viel Chaos“, sagte Polizistin Kim Williams. Samstagabends seien die Besucher des Clubs immer relativ jung, es habe bereits mehrere Vorfälle gegeben - aber dieser sei bei Weitem der Schlimmste. Das Problem sei, dass viele die Flucht ergriffen hätten und erst wieder ausfindig gemacht werden müssten, so Williams. Ob die Überwachungskameras funktioniert hätten, werde noch geprüft.

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Der Besitzer des Nachtclubs, Jay Rodgers, nannte den Vorfall in einer Mitteilung von Sonntagabend „sinnlos“. Es werde alles Mögliche getan, um „sicherzustellen, dass die Monster, die das getan haben, gefasst und der Justiz zugeführt werden“, schrieb Rodgers. Der Club bleibe geschlossen bis die Ermittlungen abgeschlossen seien.

Auf erste Spekulationen zu Verbindungen zu Terrorismus sagte Bürgermeister John Cranley: „Welchen Unterschied macht das für die Opfer? Unschuldige Menschen wurden angeschossen.“ Dies sei nicht zu akzeptieren und die Behörden würden Wege finden, diese Gewalt künftig zu verhindern.

Der Gouverneur von Ohio, John Kasich, teilte seine Bestürzung via Twitter mit. Er bot Hilfe des Staates an.

Die wichtigsten Fakten zu Waffen in den USA

  • Meiste Waffen pro Einwohner

    In den USA sind mehr Waffen in Privatbesitz als in jedem anderen Land der Welt – von 100 Einwohnern haben statistisch 88,8 eine Handfeuerwaffe oder ein Gewehr. Zum großen Teil seien das weiße, verheiratete Männer über 55 Jahre, ergab eine 2015 im Fachjournal „Injury Prevention“ vorgestellte Studie.

  • Millionen Schusswaffen in Privathand

    Nach Angaben der Organisation Action on Armed Violence sind landesweit rund 270 Millionen Schusswaffen in Privathand. Andere Statistiken gehen sogar von bis zu 310 Millionen aus.

  • Durcheinander der Gesetze

    Das Waffenrecht ist von US-Staat zu US-Staat verschieden; es gibt ein Durcheinander nationaler, einzelstaatlicher und kommunaler Vorschriften. Seit dem 1. Januar 2016 ist in Texas sogar das sichtbare Tragen von Schusswaffen erlaubt, auch bei der Arbeit, beim Einkaufen oder im Restaurant. Geschäfte und Restaurants dürfen allerdings Kunden mit offen getragenen Waffen den Zutritt verwehren.

  • Volksrecht Waffenbesitz

    Das „Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen“ war 1791 im zweiten Zusatzartikel zur Verfassung verbrieft worden. Das Prinzip galt lange ohne größere Einschränkungen. Auch der Oberste Gerichtshof sprach 2008 den Bürgern ein Grundrecht auf Waffenbesitz zu. Die Richter erklärten ein Gesetz in der Hauptstadt Washington für verfassungswidrig, das Handfeuerwaffen im Besitz von Privatbürgern verboten hatte. 2010 kippte das Gericht auch das strikte Waffenverbot in Chicago (Illinois). Die Urteile wurden als Sieg der einflussreichen Organisation der US-Waffenbesitzer NRA gewertet.

  • Mächtige Lobby

    US-Präsident Barack Obama machte 2013 nach dem Massaker an einer Schule in Newtown (Connecticut) schärfere Waffengesetze zu einem innenpolitischen Hauptanliegen. Entsprechende Initiativen aus dem Weißen Haus scheiterten aber bisher am Widerstand der Waffenlobby.

Eine der verletzten Personen befinde sich in „extrem kritischem Zustand“, sagte Polizeichef Isaac. Eine Sprecherin eines Krankenhauses sagte, zwei Verletzte schwebten in Lebensgefahr, ohne Details zu nennen. Einige der Verletzten seien selbst ins Krankenhaus gefahren, um sich behandeln zu lassen, berichteten US-Medien. Von den 15 Patienten konnten erste mittlerweile wieder nach Hause entlassen werden.

Clubgänger Mauricio Thompson sagte, mindestens 20 Schüsse seien gefallen. „Als ich (aus dem Club) rauskam, sah ich blutüberströmte Menschen, mit Schusswunden, manche von ihnen trugen Freunde zum Auto und rasten ins Krankenhaus“, sagte er dem Fernsehsender WCPO-TV. „Es war verrückt.“

Der Club liegt in einem Industriegelände, auf dem es auch eine ganze Reihe Lokale gibt. Laut Facebook-Eintrag des Clubs finden im „Cameo“ samstags „erwachsene und sexy Nächte“ für ein Publikum von 21 Jahren und älter statt. In dem Club war es an Neujahr 2015 zu einer Schießerei gekommen. Im September 2016 fielen laut Stadtverwaltung Schüsse auf dem Parkplatz.

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