KommentarOperation Schuldenerlass: Wie Griechenland für Steuerzahler zum Fass ohne Boden wird

30. November 2012
von Malte Fischer

Das jüngste Hilfspaket für Athen ist mit heißer Nadel gestrickt. Es beruht auf unrealistischen Annahmen und mästet die Finanzindustrie. Für die Steuerzahler wird Griechenland zu einem Fass ohne Boden.

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In Europas Hauptstadt ging es mal wieder um Leben oder Tod. Nach 13-stündiger Notoperation gab das Chirurgenteam der Euro-Finanzminister Anfang vergangener Woche in Brüssel bekannt, der Patient, das malade Griechenland, werde trotz kritischem Zustand in der Währungsunion überleben. Was das Land jetzt brauche, sei mehr Zeit zur Rekonvaleszenz. Weil die viel Geld kostet, habe man neue Finanzquellen erschlossen und Wege gefunden, den Schuldenstand auf ein tragfähiges Niveau zu senken.

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Was die Euro-Finanzminister zur Entlastung Griechenlands beschlossen haben (für eine vergrößerte Darstellung bitte auf das Bild klicken.)

Mehr Schaden

Das Hilfspaket, auf das sich die Notchirurgen geeinigt haben, droht jedoch mehr Schaden anzurichten, als es Nutzen stiftet. Wichtigster Punkt ist ein Schuldenrückkauf. Mit einem Zehn-Milliarden-Kredit des Euro-Rettungsschirms EFSF soll Griechenland eigene Staatsanleihen, die sich im Besitz privater Investoren befinden, zu einem Kurs von rund 28 Prozent des Nennwerts zurückkaufen. So könnte Athen Verbindlichkeiten im Nennwert von rund 35 Milliarden Euro tilgen und seine Nettoschulden um 25 Milliarden Euro drücken. Die Schuldenquote sänke um rund elf Prozentpunkte.

Fraglich ist jedoch, ob die privaten Gläubiger auf das Angebot eingehen. Griechische Banken, die Hellas-Anleihen im Wert von 15 bis 20 Milliarden Euro halten, wird man wohl politisch unter Druck setzen. Sie haben die Anleihen zum Marktwert von derzeit knapp 30 Prozent des Nennwerts bilanziert und dürften keine nennenswerten Verluste machen. Ausländische Gläubiger, darunter Hedgefonds, könnten dagegen auf ein höheres Angebot pokern. Das würde den Rückkauf verteuern und die Tilgung schmälern. Die Zocker aus dem Finanzkasino gingen erneut als Sieger vom Platz.

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Kommentare | 28Alle Kommentare
  • 01.12.2012, 17:00 UhrPequod

    Der Weg in die europäische Pleite!
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    Mit der gestrigen Entscheidung im Bundestag ist nun der Weg
    in die gesamt europ. Pleite geebnet, denn wer glaubt denn,
    daß Portugal mit seinen Forderungen nach den Griechenland-
    bedingungen das einzige Land bleiben wird? So wird sich der
    Dominoeffekt mit dem Schuldenkarussel in rasanten Tempe fort-
    setzen bis die BRD der Treuhandabwicklung unterworfen wird!

  • 01.12.2012, 17:08 Uhrholger

    ja stimmt es ist offensichtlich das hier alles geatan wird um bis zu den wahlen zu kommen und dann ist das geld egal.

    interessant ist aber das viele journalisten diesen kurs mitmachen und eben nicht kritisch hinterfragen.

  • 01.12.2012, 17:27 Uhrallesverloren

    Einer Truppe, die agiert wie Merkel, Schäuble und Co, würde man in jeder Firma die Staatsanwaltschaft nach Hause und in deren Büroräume senden, da sie sich verhalten wie Volksverräter.

    Unser Verfassungsschutz schaut aber schon wieder weg, von den Verfassungsrichtern gar nicht zu reden.

    Hier wird die Verfassung permanent durch die Regierung und durch die Opposition gebrochen und man verlacht diejenigen, die das noch irgendwie bekümmert.

    Demokratie ist eben trotz der vielen Reden seit 45 scheisse, wenn man sich dran halten muss.

    Deutschland befindet sich im Endstadium einer Finanzdiktatur, die ohne Rücksicht auf die verfassungsmässigen Errungenschaften der letzten 60 Jahre mit Volldampf in den Krieg fährt.

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