Panzerdeals: Schmiergeldaffäre sorgt in Griechenland für Turbulenzen

Panzerdeals: Schmiergeldaffäre sorgt in Griechenland für Turbulenzen

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Verschiedene Rüstungsunternehmen wie Krauss-Maffei Wegmann sollen in die Panzerdeals mit Griechenland verstrickt sein.

Das Thema Korruption beherrscht in Griechenland wieder das Tagesgeschehen. Ein ehemaliger Beamter räumt ein, auch von deutschen Rüstungsfirmen Schmiergelder bekommen zu haben. Es geht um Millionen.

Ein früherer Spitzenbeamter des griechischen Verteidigungsministeriums hat nach eigener Darstellung Millionen an Schmiergeldern erhalten - auch von deutschen Rüstungskonzernen. Es geht unter anderem um den Kauf von 170 Leopard-2-Panzern durch Athen. In seiner Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft räumte Antonis Kantas - von 1997 bis 2002 stellvertretender Generaldirektor für Rüstungsbeschaffungen - ein, Bestechungsgelder von ungefähr acht Millionen Euro erhalten zu haben. Davon seien rund 3,2 Millionen Euro aus Deutschland gekommen.

Diese Gelder will Kantas im Zusammenhang mit dem Bau und der Modernisierung von U-Booten, dem Kauf von Leopard-2-Panzern, dem Kauf des Flugabwehrsystems „Asrad“ und anderen Waffendeals von den Rüstungsfirmen HDW/Ferrostaal, Atlas Elektronik und KMW erhalten haben. Daneben kassierte er laut eigener Aussage auch bei russischen, schwedischen und französischen Unternehmen ab. Eine Kopie der Aussage wurde von der Athener Zeitung „To Vima“ ins Internet gestellt. In Deutschland hatte zuerst die „Süddeutsche Zeitung“ (Samstag) darüber berichtet. Ihr gegenüber dementierte das Unternehmen Krauss-Maffei Wegmann (KMW), für das Panzergeschäft Schmiergeld gezahlt zu haben. Der Kaufvertrag datiere vom 20. März 2003, Griechenland sei dabei nicht von Kantas vertreten worden, zitierte die „Süddeutsche Zeitung“ das Rüstungsunternehmen.

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Das Geständnis sorgt auch in Griechenland für Wirbel, da Kantas 17 Unternehmer und Politiker namentlich nannte. Den ersten davon hat die Staatsanwaltschaft bereits für den 2. Januar vorgeladen. Es handelt sich nach Medieninformationen um den Repräsentanten von Rheinmetall und Atlas in Athen, dessen Büros im August auf Antrag der Bremer Staatsanwaltschaft durchsucht worden waren. Diese ermittelt in derselben Angelegenheit.

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Neben dem früheren Verteidigungsminister Akis Tsochatzopoulos, der bereits wegen passiver Bestechung und Geldwäsche zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde, benannte Kantas in seiner Aussage auch dessen Nachfolger Jannos Papantoniou als möglichen Schmiergeld-Empfänger im Zusammenhang mit dem Panzerdeal. Der Filz bei Rüstungsbeschaffungen sei parteiübergreifend gewesen, sagte er außerdem. Die Opposition forderte weitere Aufklärung und will den Verteidigungsminister im Parlament zu den heutigen Beschaffungspraktiken befragen.

Der Kampf gegen die Korruption in Griechenland gleicht einer Herkulesaufgabe. Immer wieder kommen größere und kleinere Skandale ans Licht. In diesen Tagen steht der Direktor eines Athener Kinderkrankenhauses im Rampenlicht. Der frühere Funktionär der regierenden Konservativen (ND) wurde in der vergangenen Woche festgenommen, als er 25.000 Euro entgegennahm, die er von einer Firma für einen Auftrag erpressen wollte.

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