Parlamentswahlen: Griechenland hat die Wahl

Parlamentswahlen: Griechenland hat die Wahl

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„Alle Optionen liegen auf dem Tisch“, so der Spitzenkandidat Alexis Tsipras vom Linksbündnis „Syriza“

von Tim Rahmann

Die Griechen wählen zum zweiten Mal innerhalb von sechs Wochen ein neues Parlament – und entscheiden über ihre Zukunft im Euro-Raum. Gewinnen die Sparkurs-Verweigerer, steht die Euro-Zone vor der Zerreißprobe.

Die Entscheidung naht. Dieses Mal wirklich. „Es wird keine dritte Wahl geben. Die Fronten sind derart klar, dass ein Lager gewinnen wird“, ist sich Alexis Tsipras sicher. „Alle Optionen liegen auf dem Tisch.“

9,7 Millionen Griechen sind am Sonntag zum zweiten Mal innerhalb von sechs Wochen aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Nachdem der Urnengang vom 6. Mai keine klaren Mehrheiten brachte, hofft Tsipras, der Spitzenkandidat des linksradikalen „Syriza“-Bündnisses, nun auf den Sieg – und auf ein Ende des Brüsseler Spardiktats, wie er es nennt.

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Der 37-Jährige Rebell probt den Aufstand. Wie schon in den frühen 1990er-Jahren, als er gegen Ausgabenkürzungen im Bildungsbereich in den Kampf zog, die Besetzung von Schulen organisierte und zum Anführer örtlicher Schüleraufstände wurde.

Tsipras nimmt kein Blatt vor dem Mund
20 Jahre später ist die politische Klasse noch immer sein Feindbild. Wieder kämpft Tsipras gegen Ausgabenkürzungen des Staates. Wieder nimmt er kein Blatt vor dem Mund. Die Spitzenpolitiker von „Pasok“ und „Nea Dimokratia“ nennt er „Gauner“, den Euro-Politikern wirft er „Erpressung“ vor.

Bei den Griechen kommt das gut an. Mit jeder aggressiven Äußerung steigen Demoskopen zufolge die Werte für den 37-jährigen Linken an. Die unter jungen Städtern verwurzelte Syriza wirbt nun auch bei älteren Menschen und auf dem Land um Stimmen. Mit Erfolg. Tsipras, dessen Partei bei der Wahl am 6. Mai sensationell zur zweitstärksten Fraktion wurde, liegt in Umfragen Kopf an Kopf mit dem Spitzenkandidaten der Konservativen, Antonis Samaras.

Doch was passiert, wenn Tsipras wirklich die Wahl gewinnt? Der politische Shootingstar – daran lässt er keinen Zweifel – will das Sparpaket aufkündigen. Eine Rückkehr zur Drachme lehnt er gleichzeitig aber ab. „Es ist keine Option für uns, die Euro-Zone zu verlassen“, sagt Tsipras unmissverständlich.

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