Paul Krugman enttäuscht von Alexis Tsipras: Wo ist der Plan B für Griechenland?

Paul Krugman enttäuscht von Alexis Tsipras: Wo ist der Plan B für Griechenland?

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Ökonom Paul Krugman im Gespräch mit Alexis Tsipras.

Der Ökonom Paul Krugman fuhr lange eine aggressive Strategie zur Verteidigung Griechenlands. Nun gab er offiziell zu: Er habe die Kompetenzen der griechischen Regierung unterschätzt.

Der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman rudert zurück: Lange unterstützte er die linke griechische Regierung bei ihrem Kampf gegen die Sparmaßnahmen. In seinem Blog bei der "New York Times" hatte er sich deutlich für ein Nein bei der umstrittenen Volksabstimmung ausgesprochen. Mittlerweile zeigt sich der Ökonom enttäuscht von Premierminister Alexis Tsipras und seinem Kurs. Im US-TV-Sender CNN sagte Krugman, er habe die Kompetenz der Regierung offenbar überschätzt.

Seine Kritik machte er an dem Referendum der griechischen Regierung fest. Tsipras habe die Volksabstimmung gegen das Reformpaket angesetzt, ohne einen Plan B zu haben für den Fall, dass Finanzhilfen der internationalen Geldgeber ausbleiben. Krugman bezeichnete es als einen "Schock", dass Griechenland nun zu "deutlich schlechteren Bedingungen" ein drittes Hilfspaket annehmen musste. "Sie (die griechische Regierung, Anm. d. Red.) haben erstaunlicherweise geglaubt, dass sie bessere Bedingungen verlangen können - ganz ohne einen Notfallplan in der Tasche zu haben", sagte Krugman bei CNN.

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Im Kurznachrichtendienst Twitter gab es Spott für Krugmans Bekenntnis:

Die Bemerkung "It's the politics, professor", zu deutsch: "Es ist die Politik, Professor" ist eine Anlehnung an den Spruch "It's the economy, stupid" - "Es ist die Wirtschaft, Dummkopf" aus der Wahlkampagne Bill Clintons im Jahr 1992. Die Phrase ging in den USA schnell in den allgemeinen Sprachgebrauch über.

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Paul Krugman hatte immer wieder öffentlich die Sparmaßnahmen kritisiert, die von den Gläubigern gefordert werden. Seiner Auffassung nach kann eine radikale Sparpolitik der rezessionsgeplagten Volkswirtschaft erst recht den Todesstoß verpassen. Die Wirtschaft könne so nicht gesunden. Daher hatte Krugman wie die griechische Regierung ein Nein beim Referendum am 5. Juli gefordert. Bei der Abstimmung hatten sich rund 60 Prozent der Bevölkerung gegen das Spar- und Reformprogramm ausgesprochen - dies war zum Zeitpunkt des Referendums jedoch schon vom Tisch.

In der Folge wurde ein neues Programm aufgelegt, dass noch schärfere Spar- und Reformmaßnahmen vorsieht mit weitreichenden Privatisierungen und Steuererhöhungen. So wurde etwa die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel und Dienstleistungen von 13 auf 23 Prozent angehoben, was das alltägliche Leben für die Griechen deutlich teurer macht.

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