PEW-Studie: Das Vertrauen der Deutschen in die Nato sinkt

PEW-Studie: Das Vertrauen der Deutschen in die Nato sinkt

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Dem Ergebnis einer Studie des amerikanischen PEW-Instituts zufolge haben die Deutschen kaum noch Vertrauen in die Nato.

von Niklas Dummer

Eine aktuelle Studie zeigt: Die Deutschen sind nicht bereit, Bündnispartner im Angriffsfall militärisch zu unterstützen, wollen der Ukraine keine Waffen liefern und haben kaum noch Vertrauen in die Nato.

Die Ukraine finanziell unterstützen? Ja. Die Ukraine der Nato beitreten lassen? Bloß nicht. Die Ukraine militärisch unterstützen? Erst recht nicht. Das ist – vereinfacht zusammengefasst – das Ergebnis einer Studie des amerikanischen PEW-Instituts. Untersucht wurde die Haltung von unter anderem Deutschland, den USA und Polen zur Ukraine-Krise, zur Nato und zu Russland. Im Detail geben die Ergebnisse einiges über die Haltung der Deutschen zu militärischen Krisen und ihre Art der Unterstützung preis.

So gaben nur vier von zehn Deutschen an, militärische Unterstützung zu befürworten, sollte ein benachbartes Nato-Land mit Russland in einen militärischen Konflikt geraten.

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Zur Hilfe verpflichtet

Laut Artikel fünf des Nato-Vertrags wäre Deutschland jedoch in diesem Fall dazu verpflichtet. Dort steht: „Die Parteien vereinbaren, dass ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen alle angesehen wird.“ Dementsprechend ist jeder zu militärischem Beistand verpflichtet.

Nahezu sechs von zehn Deutschen geben trotzdem an, Deutschland sollte dem Verbündeten nicht zu Hilfe eilen. In keinem anderen der befragten Länder war der Wert so hoch. In Frankreich und Italien lag er bei rund 50 Prozent, in den USA bei 37 Prozent – der Nato-Schnitt betrug 42 Prozent.

Die USA intervenieren, wenn Russland angreift

  • Kanada

    72 Prozent der Kanadier glauben daran, dass die USA im Falle eines Angriffs eines Nato-Mitglieds durch Russland militärische Unterstützung leisten würden. Nur 18 Prozent bezweifeln das.

  • Spanien

    In Spanien glaubt jeder siebte an militärische Hilfe durch die Amerikaner, jeder fünfte glaubt nicht daran.

  • Italien

    In Italien ist das Bild ähnlich: 68 Prozent teilen die Auffassung, dass die USA eingreifen würden, 23 Prozent zweifeln daran.

  • Deutschland

    68 Prozent der Deutschen verlassen sich auf die USA, 26 Prozent glauben nicht an eine militärische Intervention im Angriffsfall.

  • Großbritannien

    In Großbritannien liegt der Wert etwas niedriger: Hier sind nur 66 Prozent davon überzeugt, dass auf die USA Verlass ist - 24 Prozent zweifeln das an.

  • Frankreich

    65 Prozent der Franzosen sind sich sicher: Im Falle eines Angriffs auf ein Nato-Mitglied durch Russland würden die USA eingreifen. Allerdings ist es hier jeder Dritte, der nicht daran glaubt.

  • Polen

    Am niedrigsten ist der Glaube an die USA in Polen. Weniger als die Hälfte, nämlich 49 Prozent, sind überzeugt davon, dass die USA militärische Hilfe leisten würden. 31 Prozent bezweifeln das.

Eine ähnliche Haltung spiegelt sich auch in Deutschlands Haltung zur Nato im Allgemeinen wieder. Befürworteten 2009 noch 73 Prozent die Nato, sind es heute noch 55 Prozent. In Polen dagegen lag der Wert 2009 bei 75 Prozent und sank bis 2015 auf 74 Prozent. In den USA sank der Anteil der Befürworter im selben Zeitraum von 53 auf 49 Prozent.

Besonders in Bezug auf die Ukraine klafft zwischen Deutschland und den anderen Nato-Mitgliedern eine große Lücke.

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