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kolumne Post aus Harvard: Über den Euro – ein optimistisches Plädoyer

Kolumne von Martin S. Feldstein

Die Aussichten für den Euro und die Eurozone bleiben unsicher, Doch nach den jüngsten Entwicklungen bei der Europäischen Zentralbank (EZB), in Deutschland und auf den weltweiten Finanzmarkten wird es sinnvoll, ein positives Szenario für die Gemeinschaftswährung zu entwerfen.

Für den Euro-Raum gibt es wieder Grund zu Optimismus Quelle: dpa
Für den Euro-Raum gibt es wieder Grund zu Optimismus Quelle: dpa

Die EZB hat versprochen, sie werde italienische und spanische Staatsanleihen kaufen, um die entsprechenden Zinssätze niedrig zu halten – unter der Bedingung, dass diese Länder den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) um Kreditlinien ersuchen und die dabei vereinbarten fiskalpolitischen Reformen durchführen. Das deutsche Bundesverfassungsgericht hat der Teilnahme des Landes am ESM zugestimmt, und Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem Anleihekaufplan der EZB ihren Segen erteilt, trotz scharfer öffentlicher Einwände der Bundesbank. Der internationale Anleihemarkt hat seine Zustimmung signalisiert: Die Zinsen für zehnjährige italienische Staatsanleihen sind auf 4,8 Prozent zurückgegangen, die für spanische auf 5,5 Prozent.

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Die italienischen Zinsen waren schon zurückgegangen, bevor EZB-Präsident Mario Draghi seine Pläne zum an Bedingungen geknüpften Anleihekauf verkündete. Das reflektierte den beträchtlichen Fortschritt, den Italien unter der Regierung von Ministerpräsident Mario Monti schon gemacht hatte: Neue Gesetze werden den Anstieg der Rentenzahlungen spürbar verlangsamen, und die Steuererhöhungen der Regierung Monti für von den Eigentümern bewohnte Immobilien werden die Staatseinnahmen signifikant erhöhen ohne die schädlichen Nebenwirkungen, die sich aus Erhöhungen von Lohn- und Einkommensteuer oder Mehrwertsteuer ergeben würden.

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Diese Reformen haben dazu beigetragen, dass nach einer neuen Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) Italien 2013 konjunkturell bereinigt einen Haushaltsüberschuss von fast einem Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) erreichen wird. Leider bedeutet das immer noch ein tatsächliches Haushaltsdefizit von 1,8 Prozent, weil sich Italien kommendes Jahr noch in der Rezession befinden wird. Die Staatsschuld wird also weiter wachsen. Doch die wirtschaftliche Erholung ist auf dem Weg nach Italien und wird dann zu einem Plus im Staatshaushalt führen.

Sobald die Märkte diese Entwicklung erkennen, werden sie die Zinsen italienischer Staatsanleihen noch weiter sinken lassen. Wegen der sehr hohen italienischen Staatsverschuldung tragen derzeit Zinszahlungen in Höhe von mehr als fünf Prozent vom BIP zum Haushaltsdefizit bei. Kommt es aber in Zukunft gleichzeitig zu konjunktureller Erholung und niedrigeren Zinssätzen, werden sich die beiden positiven Entwicklungen gegenseitig in einer Aufwärtsspirale verstärken.

Die spanische Situation ist dagegen nicht so gut. Trotz der Kürzungen von Staatsausgaben und trotz der Steuererhöhungen prognostiziert der IWF für Spanien immer noch ein – konjunkturell bereinigtes – Haushaltsdefizit von mehr als 3,2 Prozent im kommenden Jahr und von 2,3 Prozent im Jahr 2015.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 02.11.2012, 11:15 UhrCharly

    Der neueste Bericht aus dem Wolkenkuckucksheim :-)

  • 02.11.2012, 10:14 UhrVerySeriousSam

    "Wenn der Euro 20 bis 25 Prozent seines Außenwerts verliert, notiert er etwa 1:1 gegen den Dollar und wird auch gegenüber allen anderen Währungen entsprechend billiger. In Folge gingen die Leistungsbilanzdefizite Italiens, Spaniens und Frankreichs zurück; ihrer Konjunktur täte das gut"

    Ist dabei berücksichtigt, dass die in Dollar zu bezahlenden Ölimporte sich entsprechend verteuern würden?

  • 02.11.2012, 08:55 UhrEinBuerger

    SCHLIMM IST, dass alle Ersparnisse der kleinen deutschen Bürger schon jetzt verloren sind und die Schulden des ClubMed nie zurückgezahlt werden, und auch noch weitere Mega-Beträge aus Deutschland nach dem Willen der Berliner Fürsten der Blockparteien dorthin abfließen werden.

    NOCH SCHLIMMER IST, dass mit diesen Geldern im ClubMed lediglich wohlhabende Parasiten in Form von unnützen, untätigen, inkompetenten und korrupten Beamten-, Gewerkschafts-, Steuerhinterzieher- und Politiker-Heeren gefüttert werden. Die Normalbürger gehen dagegen leer aus, und Reformen die eine künftige Verbessehrung der Wettbewerbsfähigkeit des ClubMed ermöglichen würden finden nicht statt.

    AM SCHLIMMSTEN IST ABER, dass die deutschen Politiker – und die Europa-Politiker sowieso – an diesem Zustand nichts auszusetzen haben, ihn ja sogar noch loben und fördern im vollem Wissen dass sich so am Desaster Europas nie etwas ändern wird, und dabei die eigenen Bürger hemmungslos belügen, betrügen und bestehlen.

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