Philippe Poutou – der letzte Trotzkist
Philippe Poutou arbeitet als Maschinist in einer Fabrik des Autobauers Ford in der Nähe von Bordeaux und kämpft mit der Nouveau Parti Anticapitaliste (Neue Antikapitalistische Partei) für eine Diktatur des Proletariats. Verstaatlichung der Großbetriebe, Kollektivierung von Banken und mittleren Betrieben und die Etablierung einer „klassenlosen Gesellschaft“ verstehen sich da von selbst. Kündigungen will er gesetzlich verbieten. Wer für den Marxismus des 21. Jahrhunderts bezahlen soll? Die Reichen, natürlich! In den Umfragen liegt er bei nicht einmal einem halben Prozent.
Klingt ähnlich wie bei Nathalie Arthaud? Ist es auch. Was sie unterscheidet? Arthaud will wirklich Präsidentin werden, Poutou nicht. Er denkt nach eigener Aussagen jeden Morgen nach dem Aufstehen: „Scheiße, du bist Präsidentschaftskandidat.“ Dazu überredet habe ihn ein Freund, sagt er. Poutou ist froh, bald wieder in der Fabrik zu sein, um von dort aus die Arbeiterrevolution weiterzuführen.