François Hollande - der Favorit
François Hollande, der Kandidat der Sozialistischen Partei, gilt mittlerweile als Favorit auf den Präsidentensessel im Élysée-Palast. Zwar liegt er in den Umfragen für den ersten Wahlgang gleichauf mit Nicolas Sarkozy. Im zweiten Wahlgang am 6. Mai sehen ihn die Institute aber stark in Führung. Was seine Ideen angeht, den französischen Haushalt und die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, so unterscheidet er sich nur in Nuancen von seinem Rivalen Sarkozy. Der will etwas mehr bei den Ausgaben kürzen, wobei Hollande ein bisschen mehr an der Steuerschraube drehen will. Schlagzeilen machte in Frankreich sein Vorschlag, Jahreseinkommen von über einer Millionen Euro mit 75 Prozent zu besteuern. Bis 2017 plant Hollande, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen.
Hollande gilt gemeinhin als schwacher Kandidat, der von der Abneigung der Franzosen gegen Sarkozy profitiert. Er hat wenig Charisma, aber kann sich dafür überzeugend als „Mann des Volkes“ in Szene setzen. Dabei ist Hollande ein Politprofi mit rund 30 Jahren Erfahrung im Pariser Regierungsleben. Ein hohes Staatsamt hatte er allerdings noch nie inne. Seine Gegner kritisieren ihn deshalb als zu unerfahren für höhere Aufgaben.
Hollandes größte Herausforderung falls er Präsident wird: Er muss den Bürgern klar machen, dass Frankreich ohne drastische Ausgabenkürzungen nicht auskommt. Demonstrationen und harte Auseinandersetzungen mit den Gewerkschaften sind ihm in diesem Fall gewiss. Ob er dem Präsidentenamt wirklich gewachsen ist, wird sich dann zeigen.