Ratingagentur: Fitch enzieht Frankreich Topnoten

Ratingagentur: Fitch enzieht Frankreich Topnoten

Die Hiobsbotschaften für Frankreichs Präsident François Hollande nehmen kein Ende. Nach Standard & Poor's und Moody's entzieht nun auch Fitch dem Staat das begehrte Toprating. Die Regierung beteuert, sie sei auf einem richtigen Weg.

Nackenschlag für das unter Reformdruck stehende Frankreich: Die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft im Euroraum hat auch bei der Ratingagentur Fitch ihre Topnote verloren. Wie Fitch am Freitagabend mitteilte, sinkt das Rating um eine Note von „AAA“ auf „AA+“. Der Ausblick für das Land wurde auf stabil gesetzt, weswegen in absehbarer Zeit zunächst keine weitere Abstufung droht.

Fitch war die letzte der drei großen Ratingagenturen, die Frankreichs Kreditwürdigkeit noch mit Triple-A bewertet hatte. Bei Standard & Poor's und Moody's war die Topnote schon lange zuvor gefallen. Die Finanzmärkte nahmen die Entscheidung daher mit Gelassenheit auf.

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Die Regierung sei auf dem richtigen Weg und werde die Haushaltskonsolidierung weiter vorantreiben, kommentierte Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Pierre Moscovici. Er nehme die Fitch-Entscheidung zur Kenntnis.

Die Agentur begründet ihre Entscheidung in erster Linie mit dem hohen Schuldenstand Frankreichs, der auch auf längere Sicht nur langsam sinken dürfte. 2014 dürfte die Schuldenquote - also das Verhältnis des Schuldenbergs zur jährlichen Wirtschaftsleistung - ihren Höhepunkt bei 94 Prozent erreichen, erwarten die Bonitätswächter. Bis 2017 dürfte die Quote nur leicht auf 92 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sinken. Dies überschreitet die Grenze, die Fitch mit der Bestnote für vereinbar hält. Auch liege die Verschuldung Frankreichs höher als bei den meisten anderen mit Trippe-A bewerteten Staaten.

Als zusätzliche Belastung bewertet die Ratingagentur den ungewissen Wachstumsausblick. Konjunkturlage und -ausblick hätten sich zuletzt substanziell eingetrübt, hieß es.

Frankreich steckte zuletzt wieder in der Rezession. Für das Gesamtjahr 2013 erwartet die Regierung gerade einmal 0,1 Prozent Wirtschaftswachstum. Damit einher gehen Arbeitslosenzahlen in Rekordhöhe. Ende Mai waren 3,265 Millionen Menschen ohne Job. Die Quote lag nach Vergleichszahlen der Europäischen Statistikbehörde Eurostat bei 10,9 Prozent, in Deutschland hingegen nur bei 5,3 Prozent.

Bei der Bewertung der Politik von Frankreichs Präsident François Hollande geben sich die Fitch-Experten vorsichtig. Die unter der sozialistischen Regierung angestoßenen Strukturreformen werden zwar gelobt, fraglich seien aber deren Wirkung und vollständige Umsetzung.

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