Ratingagenturen: Auf die Rating-Qualität kommt es an

KommentarRatingagenturen: Auf die Rating-Qualität kommt es an

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Bonitätsprüfer wie Standard & Poor's können die Kapitalmärkte durchschütteln

von Anne Kunz

S&P kündigt irrtümlich die Herbabstufung Frankreichs an, Moody's droht offen damit und die Märkte reagieren prompt. Politiker wollen nun die Macht der Ratingagenturen brechen. Aber das ist fast unmöglich.

Sie sind die Bösen. Wenn es an den Anleihemärkten kracht, ist ein Schuldiger rasch ausgemacht: Die Ratingagenturen waren es – und diese schaffen es auch immer wieder, ihren Gegnern frische Munition zu liefern. So erst vergangene Woche. Die Bonitätsprüfer von Standard & Poor’s (S&P) kündigten nach einer PC-Panne fälschlicherweise eine Herabstufung der französischen Kreditwürdigkeit an. Die Nachricht schüttelte die Kapitalmärkte kräftig durch, die Renditen für französische Anleihen zogen an, die Aktienkurse stürzten ab. Zwei Stunden später korrigierte sich S&P. Der Vorfall zeige einmal mehr die unheimliche Macht der Ratingagenturen, mahnen Kritiker.

Und es stimmt: Zwar wären die Zinsen in den europäischen Krisenländern so oder so gestiegen, aber wohl nicht so dramatisch wie infolge der jüngsten Negativ-Urteile der Bonitätsprüfer. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier will sich daher nun ein Denkmal setzen und die Ratingagenturen an die Kette legen. Erfolg verspricht er sich von einem neuen Rotationsprinzip: Banken und andere Auftraggeber sollen Ratingagenturen künftig nur noch maximal drei Jahre in Folge mit der Bewertung von Wertpapieren und anderen Produkten beauftragen dürfen.

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