Referendum: Managern in der Schweiz droht Ungemach

Referendum: Managern in der Schweiz droht Ungemach

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Die „1:12-Initiative“ will die Höhe der Gehälter in Unternehmen generell deckeln. Der bestbezahlte Mitarbeiter eines Unternehmens soll höchstens zwölfmal so viel verdienen wie der am schlechtesten bezahlte. Hier wurden zur Unterstützung Flaggen an Fenstern und Balkonen angebracht.

von Konrad Fischer

Abfindungen sind schon verboten, am Sonntag stimmen die Schweizer nun ab, ob Managergehälter generell gedeckelt werden sollen. Verabschiedet sich das Land mit der 1:12-Initiative von seiner liberalen Tradition?

Am Anfang sah alles nach einer historischen Ausnahme aus. Im Frühling stimmten die Schweizer einer ziemlich restriktiven Gesetzesinitiative zu, die Abfindungen für Manager verbot und Gehälter der Kontrolle durch die Hauptversammlung unterwirft. Doch dass diese „Abzockerinitiative“  durchkam, verstanden das die meisten Beobachter als Ergebnis eines ganz speziellen Wahlkampfverlaufs.  Da gab es einen eigensinnigen, unabhängigen und damit auf eine sehr schweizerische Weise charismatischen Anführer der Initiative, den parteiunabhängigen Ständerat Thomas Minder. Auf der anderen Seite stand die breite Phalanx der Wirtschaftsverbände, der von Beginn an alles falsch machte: Millionen wurden in plumpe Werbevideos investiert, kurz vor der Abstimmung veröffentlichten die großen Schweizer Unternehmen dann neue Rekordsaläre ihrer Vorstände. Kein Wunder, dass all das die Volksseele kurzfristig zum Kochen brachte. Aber die meisten gingen auch davon aus, dass diese sich genauso schnell wieder beruhigen würde.

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Weit gefehlt: Aus dem kurzfristigen Aufkochen droht ein neuer Aggregatzustand zu werden. Denn an diesem Sonntag stimmen die Bürger über eine weitere Gesetzesvorlage ab, die noch einmal deutlich weiter geht. Die „1:12-Initiative“, angestoßen vom sozialdemokratischen Nachwuchs, will die Höhe der Gehälter in Unternehmen generell deckeln. Der bestbezahlte Mitarbeiter eines Unternehmens soll höchstens zwölfmal so viel verdienen wie der am schlechtesten bezahlte. Und damit nicht genug: Im kommenden Frühjahr steht ein gesetzlicher Mindestlohn zur Debatte, auch eine Erbschaftssteuer soll per Volksentscheid erzwungen werden. Es scheint, als drohe die liberale Schweiz Deutschland links zu überholen. 

Dabei hat es abseitige Gesetzesinitiativen, auch aus dem linken Spektrum, in der Schweiz immer schon gegeben. Doch es war gerade eine Stärke der Schweizer Demokratie, dass sie Platz für viele Spinnereien lies – die Bürger am Ende aber doch immer recht vernünftig entschieden und meist alles beim alten ließen.

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