Regierungschef Salmond verliert TV-Duell: Rückschlag für Schottlands Wunsch nach Unabhängigkeit

Regierungschef Salmond verliert TV-Duell: Rückschlag für Schottlands Wunsch nach Unabhängigkeit

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Alex Salmond bei einer Rede in London.

von Tim Rahmann

Schottlands Regierungschef Alex Salmond hat überraschend ein TV-Duell über die schottischen Unabhängigkeitsbestrebungen verloren. Nun bleiben ihm nur noch sechs Wochen für die Wende.

Die Vorfreude bei den Befürwortern einer schottisches Unabhängigkeit war groß: Das TV-Duell am Dienstagabend sollte die Wende bringen und die vielen unabhängigen Wähler auf ihre Seite ziehen. Die Voraussetzungen waren gut. Schottlands Regierungschef Alex Salmond – er will Schottland nach 307 Jahren vom Vereinigten Königreich lossagen – gilt als eloquent und gewitzt. Sein Duell-Gegner, der frühere britische Finanzminister Alistair Darling, hingegen habe die „Kraft einer Schüssel Vanillepudding“, so der frühere Redenschreiber von Ex-Premier Tony Blair, Simon Lancaster.

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Doch die hohen Erwartungen aufmüpfigen Schotten wurden enttäuscht: Sechs Wochen vor der Abstimmung über eine schottische Unabhängigkeit von Großbritannien haben die Befürworter der Initiative einen unerwarteten Rückschlag erlitten. Salmond ging am Dienstagabend aus dem Fernsehduell als Verlierer hervor, wie eine Umfrage für den „Guardian“ ergab. Demnach fanden 47 Prozent der Zuschauer, dass sich Darling im Fernsehduell besser schlug. 37 Prozent sahen dagegen den schottischen Regierungschef vorn.

Salmond konnte die Befürchtungen nicht zerstreuen, dass seine Pläne die schottische Wirtschaft schädigen würde. Schottland droht, vom Europäischen Binnenmarkt ausgeschlossen zu werden. Zwar will die Region in der EU bleiben, doch es völlig unklar, ob ein reibungsloser Übergang möglich ist – oder es eines langwierigen Aufnahmeverfahrens bedarf.

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Klar ist, dass Schottland mit dem Tag seiner Unabhängigkeit das britische Pfund verlieren würde. „Die schottische Regierung versucht den Eindruck zu vermitteln, dass eine Währungsunion weiter möglich wäre. Das ist sie nicht“, zitiert die Nachrichtenagentur afp den Vorsitzenden des Parlamentsausschusses für schottische Angelegenheiten, Ian Davidson. Mit einer eigenen Währung könnte das Land flexibler agieren, liefe aber auch Gefahr, Ziel von Spekulanten zu werden.

Umfragen zufolge wird es soweit aber nicht kommen. Die Mehrheit der Schotten – die Abstimmungen variieren stark: mal trennen Gegner und Befürworter des Referendums zwei Prozentpunkte, mal zehn Prozentpunkte – ist gegen eine Unabhängigkeit. Aber: Ein Viertel der Wähler ist noch unentschieden. Das Referendum findet am 18. September statt.

 

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