Rekordauflage: "Charlie Hebdo" meldet sich zurück

Rekordauflage: "Charlie Hebdo" meldet sich zurück

, aktualisiert 13. Januar 2015, 16:25 Uhr
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Der einflussreiche Großmufti von Ägypten hat die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" vor der geplanten Veröffentlichung einer Mohammed-Karikatur auf ihrer Titelseite gewarnt. Dies wäre ein rassistischer Akt.

Frankreich und Israel nehmen Abschied von den Anschlagsopfern. Auch „Charlie Hebdo“ will sich vom Terror nicht kleinkriegen lassen: Der Verlag kündigte eine Rekordauflage von drei Millionen Exemplaren an.

Eine Woche nach dem Anschlag islamistischer Terroristen auf „Charlie Hebdo“ meldet sich das Satiremagazin mit einer Mohammed-Zeichnung auf dem Titel zurück. Der Verlag kündigte für diesen Mittwoch eine Rekordauflage von drei Millionen Exemplaren an - rund 60.000 Exemplaren waren es sonst. Bei der Terrorwelle der vergangenen Woche in Paris hatten Islamisten insgesamt 17 Menschen getötet - allein 12 beim Angriff auf die Zeitschrift „Charlie Hebdo“.

Ägyptische Islamgelehrte reagierten mit scharfer Kritik auf die angekündigte neue Ausgabe des Magazins. Diese „ungerechtfertigte Provokation von 1,5 Milliarden Muslimen weltweit“ werde eine neue Welle des Hasses in der französischen und in westlichen Gesellschaften auslösen, erklärte die wichtige religiöse Einrichtung Dar al-Ifta in Kairo.

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Das schon vorab veröffentlichte Titelbild des Satiremagazins zeigt eine Zeichnung des Propheten Mohammed, der trauernd ein Schild mit der Aufschrift „Je suis Charlie“ (Ich bin Charlie) in den Händen hält. Über der Zeichnung steht „Tout est pardonné“ (Alles ist vergeben). In Deutschland kommt die erste Ausgabe nach dem Anschlag voraussichtlich erst am Wochenende in den Handel.

Die Terrorgruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) drohte im Internet mit weiteren Angriffen auf Frankreich. In Anspielung auf frühere Gewaltakte nach Karikaturen oder Filmen über den Propheten Mohammed heißt es darin: „Von dem Angriff auf die dänische Botschaft in Pakistan über den Angriff auf die US-Botschaft in Libyen hält die Karawane nun in Paris.“ Frankreich zahle den Preis für die Besetzung von muslimischem Land in Mali und Zentralafrika und die Bombardierung von Muslimen im Irak und in Syrien.

Schulterschluss gegen Terror Hunderttausende beim Marsch in Paris

Frankreich und die Welt vereint gegen den Terrorismus: Der Pariser Solidaritätsmarsch für die Opfer von Anschlägen und Morden setzt ein beeindruckendes Zeichen. Spitzenpolitiker aus aller Welt laufen vorneweg.

Paris steht zusammen. Quelle: REUTERS

Mit einer bewegenden Zeremonie gedachte Frankreich am Dienstag der drei bei den Anschlägen getöteten Polizisten. Bei der Trauerfeier im Innenhof der Polizeipräfektur von Paris sagte Präsident François Hollande vor den in französische Nationalflaggen gehüllten Särgen: „Clarissa, Franck , Ahmed sind dafür gestorben, dass wir frei leben können.“ Ihnen gebühre größte Dankbarkeit. Und an die Hinterbliebenen gerichtet: „Ganz Frankreich teilt Ihren Schmerz und Ihr Leid.“

In Jerusalem wurden zurselben Zeit die vier jüdischen Opfer zu Grabe getragen. Der Begräbnis ging eine bewegende Feier mit Tausenden Trauergästen voran, darunter Israels Staatspräsident Reuven Rivlin, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und die französische Umweltministerin Ségolène Royal. Die vier Opfer Joav Hattab, Johan Cohen, Philippe Braham und François-Michel Saada waren bei einer Geiselnahme in einem koscheren Supermarkt erschossen worden.

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Staatspräsident Rivlin sagte, Europa müsse härter im Kampf gegen Terror vorgehen, damit jüdische Bürger sich wieder sicher fühlen könnten. Der Terror könne zwar jeden treffen. „Aber er verfolgt vor allem das jüdische Volk“, sagte Rivlin. „Es kann nicht sein, dass Juden im Jahre 2015 Angst haben, mit einer Kippa auf die Straße zu gehen.“

Netanjahu sagte, Juden hätten das Recht, überall auf der Welt zu leben. Zugleich sei Israel „die eine historische Heimat, die sie immer aufnehmen wird“. Die französische Ministerin Royal verlieh den Opfern posthum die höchste Auszeichnung Frankreichs, die Medaille der Ehrenlegion. „Frankreich ohne Juden wäre nicht mehr Frankreich“, sagte sie.

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