Rekordtief: EZB lässt Leitzins bei 0,5 Prozent

ThemaEZB

Rekordtief: EZB lässt Leitzins bei 0,5 Prozent

, aktualisiert 01. August 2013, 14:27 Uhr

Die Europäische Zentralbank lässt den Leitzins im Euroraum wie erwartet auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent. Das beschloss der EZB-Rat nach Angaben der Notenbank am Donnerstag in Frankfurt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) bleibt auf ihrem Kurs des billigen Geldes: Der EZB-Rat beschloss am Donnerstag wie erwartet, die geldpolitischen Zügel locker zu lassen und hält den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent.

Zwar hält sich die Forderung nach noch billigerem Zentralbankgeld, weil die Wirtschaft im Euroraum noch nicht wieder Fahrt aufgenommen hat. Doch seit der Zinssenkung im Mai hat sich die Lage stetig entspannt: Immer mehr Indizien deuten auf ein Ende der Rezession im Euroraum hin. Das macht eine weitere Lockerung der Geldpolitik unwahrscheinlicher. Auch die EZB rechnet damit, dass sich die Konjunktur im weiteren Jahresverlauf allmählich erholen wird. Niedrige Zinsen sollen Investitionen anschieben und damit die Wirtschaft in Schwung bringen.

Anzeige

Höhere Zinsen hat EZB-Präsident Mario Draghi auf absehbare Zeit ausgeschlossen. Vor einem Monat hatte er erklärt, die EZB werde ihre Leitzinsen „für längere Zeit auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau“ halten. Welcher Zeitraum genau gemeint ist, blieb offen. Ökonomen rechnen vorerst jedenfalls weder mit Zinsschritten noch mit anderen geldpolitischen Maßnahmen. Zuletzt stand ohnehin mehr die Kommunikationsstrategie der Notenbank im Fokus: Führende Notenbanker schürten die Hoffnung auf mehr Transparenz. Anfang der Woche hatten die Direktoriumsmitglieder Benoît Coeuré und Jörg Asmussen angeregt, die bislang geheimen Protokolle der Ratssitzungen zu veröffentlichen. Später sprachen sich auch EZB-Präsident Draghi und Bundesbank-Präsident Jens Weidmann dafür aus. Bislang liegen die Protokolle 30 Jahre unter Verschluss.

Mit dieser Änderung würde die Zentralbank für die Akteure an den Finanzmärkten noch berechenbarer - ein wichtiger Schritt gerade in unruhigen Zeiten wie der schwelenden Euro-Schuldenkrise. Draghi hatte der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwoch) gesagt: „Ich halte das für einen notwendigen nächsten Schritt. Daher wird das EZB-Direktorium dem Rat einen entsprechenden Vorschlag zur Diskussion und Entscheidung vorlegen.“ Fast alle anderen bedeutenden Notenbanken veröffentlichen bereits solche Protokolle, um Anlegern mehr Orientierung zu bieten.

Weitere Artikel

Weidmann sagte dem „Handelsblatt“ (Donnerstag), er würde es begrüßen, wenn die Protokolle zeitnah nach den geldpolitischen Sitzungen des EZB-Rats veröffentlicht würden. Damit würden die wesentlichen Argumentationsstränge der Diskussion und die Beweggründe der Entscheidungen im Rat nachvollziehbar. Mehr Transparenz würde dazu beitragen, die Entscheidungen der Notenbank besser nachvollziehen zu können, meinte Weidmann: „Insofern wäre es ein weiterer Schritt, unsere Kommunikation zu verbessern.“

Gegner einer solchen Transparenz geben zu bedenken, Notenbanker könnten von ihren nationalen Regierungen unter Druck gesetzt werden. Mehr Offenheit könnte auch noch eine andere Gefahr bergen: Wenn die Märkte erfahren, dass die Notenbanker tief zerstritten sind, würde dies eher für Nervosität als für Sicherheit sorgen.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%