Rekordzinsen: Heilsamer Druck auf Italien

KommentarRekordzinsen: Heilsamer Druck auf Italien

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Italiens Premierminister Mario Monti soll Italien aus der Krise führen.

von Malte Fischer

Italien muss für neue Anleihen Rekordzinsen von fast 8 Prozent zahlen. Kann das Land das tragen oder muss es jetzt auch noch gerettet werden?

Mit Spannung haben die Teilnehmer an den Finanzmärkten am Morgen nach Rom geblickt. Dort hat sich die Regierung unter ihrem neuen Chef Mario Monti frisches Geld durch die Ausgabe von Anleihen besorgt. Nach der misslungenen Emission deutscher Staatsanleihen in der vergangenen Woche haben Investoren einen Käuferstreik in Italien nicht mehr ausgeschlossen. Der hätte nicht nur das südeuropäische Land, sondern die gesamte Eurozone ins Wanken gebracht.

Doch die Sorgen erwiesen sich als unbegründet - vorerst. Italien ist es gelungen, insgesamt 7,5 Milliarden Euro einzusammeln. Für die Anleihe mit dreijähriger Laufzeit gab es 1,5 Mal mehr Gebote als Papiere vorhanden waren, die angebotene zehnjährige Anleihe war 1,3-fach überzeichnet. Von einem Käuferstreik kann keine Rede sein.

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Allerdings muss Italien für das frische Geld rekordhohe Zinsen zahlen. Für die dreijährige Staatsanleihe verlangen Anleger eine Rendite von 7,89 Prozent, für den zehnjährigen Bond sind es 7,56 Prozent. So hoch waren die Zinskosten für Bella Italia noch nie seit der Einführung des Euro.

Investoren schließen Zahlungsschwierigkeiten nicht aus

Dabei zeigt die inverse Zinsstruktur (der kurzfristige Zins ist höher als der langfristige Zins), dass die Investoren Zahlungsschwierigkeiten der Regierung in nächster Zeit nicht mehr ausschließen.

Dennoch haben die Märkte positiv auf die Emission reagiert. Die Aktienkurse in Mailand kletterten nach der Auktion, der Euro sprang über die Marke von 1,34  zum Dollar. Offenbar waren die Anleger froh, dass der befürchtete Käuferstreik ausblieb.

Dieser hätte die Europäische Zentralbank um Präsident Mario Draghi binnen Stunden vor die Wahl gestellt, entweder italienische Staatsanleihen in großem Stil zu kaufen oder die Währungsunion scheitern zu lassen.

Gleichwohl sind die knapp 8 Prozent Zinsen, die Italien nun berappen muss, kein Pappenstil. In den vergangenen Jahren hat sich das Land dank der Mitgliedschaft im Euroraum an deutlich niedrigere Zinskosten gewöhnt. Die durchschnittliche Rendite für bestehende Anleihen liegt bei rund 4,1 Prozent. Neue Kredite sind mithin rund doppelt so teuer wie die alten Schulden.

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