Rettungsschirm: Euro-Länder prüfen Hilfen für klamme Banken

Rettungsschirm: Euro-Länder prüfen Hilfen für klamme Banken

Quelle:dpa

Spaniens Banken wackeln. Der Rettungsschirm soll nun möglicherweise die Geldhäuser stabilisieren. Deutschland würde damit endgültig seinen Einfluss auf Reformprozesse in Europa verlieren.

Bei der Euro-Rettung kommen einem Zeitungsbericht zufolge wieder die umstrittenen zusätzlichen Hilfen für klamme Banken ins Spiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Gruppe der Euro-Länder prüften derzeit, wie Banken direkt an Mittel des neuen Euro-Rettungsfonds ESM kommen können, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ ohne Nennung von Quellen. Damit solle vermieden werden, dass ein ganzes Land den Fonds anzapfen muss, obwohl nur den Banken geholfen werden soll.

Deutschland als größter Geldgeber des Rettungsfonds ist strikt gegen diesen Vorschlag. Da die von der EZB an die Banken billig und für lange Zeit bereitgestellten Mittel von rund einer Billion Euro aber nur zögerlich in der Wirtschaft ankommen, werde wieder eine direkte Kreditvergabe des ESM an die Banken in Betracht gezogen. Derzeit sei eine Arbeitsgruppe der Euro-Länder mit dem Thema befasst. Grund für die neuen Bemühungen sei die Krise in Spanien. Dort benötigen die Geldhäuser dringend Finanzmittel, um Kredite an Unternehmen vergeben zu können.

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Anteil Deutschlands an der Euro-Rettung

  • IWF-Anteil am Rettungsschirm

    15 Mrd. Euro

  • Bürgschaften für Hilfen aus dem EU-Haushalt (EFSM)

    12 Mrd. Euro

  • Bürgschaften für EFSF

    253 Mrd. Euro

  • 1. Rettungspaket des IWF für Griechenland

    2 Mrd. Euro

  • 1. EU-Rettungspaket für Griechenland

    22 Mrd. Euro

  • EZB-Staatsanleihenkäufe - DE

    94 Mrd. Euro (Haftungsanteil Deutschlands, wenn die Krisen-Länder einschließlich Italien als Garantiegeber ausfallen)

  • Target-Verbindlichkeiten der Krisenländer

    277 Mrd. Euro (Haftungsanteil Deutschlands, wenn die Krisen-Länder einschließlich Italien als Garantiegeber ausfallen)

Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte sich erst am Wochenende vehement gegen eine direkte Kreditvergabe des ESM an die Banken ausgesprochen. Die bisher vereinbarten Regeln sehen vor, dass nur Länder die Mittel abrufen und dann an notleidende Banken weiterreichen können. Sollte ein Land Geld abrufen, muss die Regierung im Gegenzug ein Spar- und Reformprogramm auflegen. Dies war eine wichtige Voraussetzung für die deutsche Zustimmung zu dem neuen EU-Rettungsfonds.

Quelle:  dpa
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