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Rettungsschirm: Euro-Länder prüfen Hilfen für klamme Banken

Quelle: dpa

Spaniens Banken wackeln. Der Rettungsschirm soll nun möglicherweise die Geldhäuser stabilisieren. Deutschland würde damit endgültig seinen Einfluss auf Reformprozesse in Europa verlieren.

Euro oder Gold

Viele Anleger vertrauen nicht mehr dem Euro und sehen in Gold den wahren Wert – sie liegen damit auf lange Sicht goldrichtig. Bekam man im Jahr 2000 für 100 Euro immerhin noch knapp elf Gramm Feingold, sind für die gleiche Summe jetzt nur etwas mehr als zwei Gramm drin.

Bei der Euro-Rettung kommen einem Zeitungsbericht zufolge wieder die umstrittenen zusätzlichen Hilfen für klamme Banken ins Spiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Gruppe der Euro-Länder prüften derzeit, wie Banken direkt an Mittel des neuen Euro-Rettungsfonds ESM kommen können, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ ohne Nennung von Quellen. Damit solle vermieden werden, dass ein ganzes Land den Fonds anzapfen muss, obwohl nur den Banken geholfen werden soll.

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Deutschland als größter Geldgeber des Rettungsfonds ist strikt gegen diesen Vorschlag. Da die von der EZB an die Banken billig und für lange Zeit bereitgestellten Mittel von rund einer Billion Euro aber nur zögerlich in der Wirtschaft ankommen, werde wieder eine direkte Kreditvergabe des ESM an die Banken in Betracht gezogen. Derzeit sei eine Arbeitsgruppe der Euro-Länder mit dem Thema befasst. Grund für die neuen Bemühungen sei die Krise in Spanien. Dort benötigen die Geldhäuser dringend Finanzmittel, um Kredite an Unternehmen vergeben zu können.

Anteil Deutschlands an der Euro-Rettung

Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte sich erst am Wochenende vehement gegen eine direkte Kreditvergabe des ESM an die Banken ausgesprochen. Die bisher vereinbarten Regeln sehen vor, dass nur Länder die Mittel abrufen und dann an notleidende Banken weiterreichen können. Sollte ein Land Geld abrufen, muss die Regierung im Gegenzug ein Spar- und Reformprogramm auflegen. Dies war eine wichtige Voraussetzung für die deutsche Zustimmung zu dem neuen EU-Rettungsfonds.

Quelle: dpa
2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.04.2012, 12:25 Uhrberkmann

    Es ist leider zu befürchten, dass die deutschen Politiker zum wiederholten Male einknicken werden und dem auch noch zustimmen.
    Also deutsche Steuergelder direkt an spanische Banken.
    Wie absurd soll das eigentlich noch werden?
    Hat die deutsche Politik gemeinschaftlich den Verstand verloren?
    Keine Partei, die diesen Irrsinn befürwortet, ist noch wählbar!

  • 26.04.2012, 12:19 UhrWegweiser

    Die ökonomischen Ungleichgewichte innerhalb der Währungsunion müssen wieder durch flexible Wechselkurse ausgeglichen werden. Nur durch Auf- und Abwertungen von nationalen Währungen und nicht durch Target 2, Kombiaufstockerfonds EFSF, ESM, aufgekaufte Staatsanleihen und Bazooka-Bertas-Liquiditätstender ohne ausreichende Besicherung kann eine wirkliche Entspannung herbeigeführt werden. Dann werden auch wieder nationalen Wirtschafts- und Budgetpolitiken wieder möglich. Noch kann ein geordneter Übergang zu einer Wechselkursunion gelingen. Doch dieser Zeitrahmen verringt sich sehr schnell.

    Und die Rettungsmöglichkeiten sind so gut wie ausgeschöpft und auch nicht mehr hilfreich. Diese verstärken das Mißtrauen und die Kapitalflucht!

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